Politik : Naumann SPD-Kandidat für Hamburg

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Hamburg - Der frühere Kulturstaatsminister und „Zeit“-Mitherausgeber Michael Naumann soll die Hamburger SPD aus ihrer monatelangen Krise führen. Deren Findungskommission beschloss am Mittwoch einstimmig, dass der 65-Jährige die Spitzenkandidatur zur Bürgerschaftswahl 2008 übernehmen und gegen den amtierenden CDU-Bürgermeister Ole von Beust antreten soll. Zugleich verständigte sich das Gremium einstimmig auf SPD-Fraktionsvize Ingo Egloff als neuen Parteichef. Das letzte Wort hat ein Landesparteitag am 24. März. In der SPD hatte es nach langem Machtkampf mit dem Vorsitzenden Mathias Petersen bei einer Mitgliederbefragung im Februar zur Spitzenkandidatur Unregelmäßigkeiten gegeben. Dann war der gesamte SPD-Landesvorstand zurückgetreten. Auf dem Landesparteitag am 24. März muss auch der Vorstand neu gewählt werden.

Nachdem erst am Montagabend Altbürgermeister Henning Voscherau die Spitzenkandidatur abgelehnt hatte, gelang der Partei nun mit der Nominierung Naumanns ein Überraschungscoup. Nach der großen Enttäuschung über die Voscherau-Absage war wohl allen Mitgliedern der Findungskommission klar gewesen, dass man sich bei der Kandidatensuche keine weitere Panne mehr leisten durfte. Die SPD-Bundesspitze begrüßte die Lösung Naumann: „Der richtige Mann für Hamburg“, sagten sowohl Parteichef Kurt Beck als auch Generalsekretär Hubertus Heil.

Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Dirk Fischer sagte hingegen: „Dieser Kandidatenvorschlag wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet.“ Naumanns „Verhältnis zur Politik löst Verwunderung aus“, erklärte Fischer weiter. Der CDU-Landeschef erinnerte daran, dass Naumann in einem Tagesspiegel-Interview im Januar 2006 gesagt hatte, er könne sich nicht vorstellen, wieder in die Politik zurückzukehren.

Für den bevorstehenden Wahlkampf kündigte nun Naumann im Gespräch mit dem Tagesspiegel an, dass ihn dabei auch Altkanzler Gerhard Schröder unterstützen werde: „Das hat er mir versprochen.“ ale/dhan/dpa

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