• Neue Flüchtlingspolitik in der Türkei: Griechenland rechnet mit Tausenden neuen Migranten

Neue Flüchtlingspolitik in der Türkei : Griechenland rechnet mit Tausenden neuen Migranten

Die griechische Regierung warnt vor Chaos und Gewalt: In der Türkei warteten tausende Migranten auf die Überfahrt nach Europa.

Migranten und Flüchtlinge auf dem Schiff „Aqua Blue“ erreichen den Hafen von Thessaloniki.
Migranten und Flüchtlinge auf dem Schiff „Aqua Blue“ erreichen den Hafen von Thessaloniki.Foto: dpa/Giannis Papanikos

Der stellvertretende griechische Bürgerschutzminister Giorgos Koumoutsakos geht davon aus, dass die aktuell hohen Flüchtlingszahlen noch weiter steigen könnten. „Tausende Migranten haben sich in und um (die westtürkische Stadt) Izmir versammelt und wollen übersetzen“, sagte Koumoutsakos am Donnerstag im griechischen Rundfunk. Am Dienstag hatten 800 Migranten illegal zu den griechischen Inseln übergesetzt, am Mittwoch erneut 562.

Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros ist die Zahl der Migranten mittlerweile von 14.000 im April auf 27.700 Menschen angestiegen. Athen vermutet, dass die Entwicklung mit einer neuen Flüchtlingspolitik der Türkei zusammenhängt. Demnach will Ankara Tausende Migranten aus Istanbul entfernen und in Auffanglager nahe der syrischen Grenze bringen. Um das zu vermeiden, wagten die Menschen die gefährliche Reise über das Meer Richtung EU.

Auf den betroffenen griechischen Inseln sind die Registrierzentren längst restlos überfüllt. Die örtlichen Bürgermeister warnen angesichts der angespannten Situation vor dramatischen Entwicklungen wie etwa Zusammenstößen zwischen Migranten und Inselbewohnern.

Der im März 2016 in Kraft getretene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch bis heute nur mühsam voran. Die neue konservative griechische Regierung, die seit Juli im Amt ist, hat angekündigt, die Verfahren zu beschleunigen. (dpa)

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