Neues Kabinett : Giffey will als Familienministerin Erfolg und Herkunft entkoppeln

Die SPD-Minister stehen fest, jetzt geht es an die Arbeit. Die künftige Familienministerin Franziska Giffey will allen Kindern Erfolg ermöglichen - und ostdeutsche Interessen vertreten.

Franziska Giffey (links) mit Svenja Schulze vor Beginn einer Sitzung der SPD-Fraktion.
Franziska Giffey (links) mit Svenja Schulze vor Beginn einer Sitzung der SPD-Fraktion.Foto: Gregor Fischer/dpa

Die designierte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will erreichen, dass die Herkunft eines Kindes nicht über seine Erfolgschancen im Leben entscheidet. Sie habe als Bürgermeisterin im Berliner Problembezirk Neukölln gesehen, „wie schwierig das ist, wenn Kinder eben in Bildungsferne, in Armut aufwachsen“, sagte sie am Freitag nach einer SPD-Fraktionssitzung im Bundestag.

Diese Erfahrung wolle sie auf die nationale Ebene übertragen. „Für mich ist wichtig, dass die Kinder, die in unserem Land groß werden, egal welche Herkunft sie haben und ob die Eltern arm oder reich sind, einen guten Weg machen können. Dass sie die Schule abschließen und dass sie es schaffen, auf eigenen Beinen zu stehen.“

Sie gehe davon aus, in ihrer neuen Rolle als einzige Bundesministerin aus Ostdeutschland auch die Interessen der Ostdeutschen vertreten zu können, sagte sie. „Ich finde, es ist immer wichtig, dass das ganze Land vertreten ist“, sagte die 39-Jährige. Vor ihrer neuen Aufgabe habe sie keine Angst - „aber einen sehr hohen Respekt“.

SPD-Vize Stegner will sich um Reformprozess kümmern

SPD-Vize Ralf Stegner will sich nach dem Zustandekommen der großen Koalition wieder stärker um den parteiinternen Reformprozess kümmern. Er wolle dazu beitragen, dass „die SPD das Profil als linke Volkspartei auch deutlich nach außen zeigt“, sagte Stegner am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Stegner ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei und Landeschef der SPD in Schleswig-Holstein.

Die SPD müsse jenseits der Regierungsbeteiligung ihr linkes Profil stärken, sagte Stegner. „Ich sehe auch meine Aufgabe darin, dass das geschieht.“ Die Diskussionen seien mit den Personalentscheidungen nun zu Ende, und „das ist gut so“.

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Mit Blick auf die Bekanntgabe der SPD-Minister in der künftigen Bundesregierung sprach Stegner von einem „guten Regierungsteam der SPD“. Die künftigen Ressortchefs stellten „eine gute Mischung aus Erfahrung und neuen Gesichtern“ dar. Die Sozialdemokraten schicken Olaf Scholz (Finanzen), Heiko Maas (Auswärtiges), Hubertus Heil (Arbeit/Soziales), Katarina Barley (Justiz), Franziska Giffey (Familie) und Svenja Schulze (Umwelt) ins Kabinett. (dpa)

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