Niederlage für Schwule und Lesben : Homosexualität bleibt in Kenia strafbar

In 33 Ländern Afrikas ist gleichgeschlechtlicher Sex verboten. Auch Kenia hält fest an einer Gesetzgebung aus der britischen Kolonialzeit.

Eine LGBT-Aktivistin und Gegendemonstranten vor dem Gericht in Kenias Hauptstadt Nairobi
Eine LGBT-Aktivistin und Gegendemonstranten vor dem Gericht in Kenias Hauptstadt NairobiFoto: Reuters/Baz Ratner

Ein Gericht in Kenia hat ein seit Jahrzehnten geltendes Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen aufrechterhalten. Die entsprechenden Gesetze stellten keine gezielte Diskriminierung dar und seien daher mit der Verfassung vereinbar, erklärte Richter John Mativo am Freitag in der Hauptstadt Nairobi.

Menschenrechtler kritisierten die Entscheidung, die „archaischen Gesetze“ beizubehalten. Das Gericht habe Homosexuelle zu „Bürgern zweiter Klasse gemacht“, kritisierte die Organisation Human Rights Watch. Die Kläger von Kenias Nationaler Menschenrechtskommission für Schwule und Lesben zeigten sich enttäuscht. Die Gesetze führten zu Gewalt, Erpressung und Diskriminierung. „Sie zerstören das Leben von Menschen und haben keinen Platz in einem demokratischen Kenia.“

Geschlechtsverkehr entgegen der „natürlichen Ordnung“ kann dem kenianischen Strafgesetzbuch zufolge mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Zudem drohen Männern für „grob unsittliches Verhalten mit einer anderen männlichen Person“ bis zu fünf Jahre Haft. Die Gesetze aus der Kolonialzeit werden selten angewendet, sie belegen Homosexuelle jedoch mit einem Stigma und werden zur Grundlage für Diskriminierung. Wegen des Verbots wollen sich viele Homosexuelle nicht outen. Auch für Angehörige ist es daher häufig schwierig, die Homosexualität von Verwandten oder Freunden zu akzeptieren.

Der Richter erklärte weiter, eine Legalisierung solcher homosexueller Handlungen würde den Weg in Richtung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften öffnen, was dem Geist der Verfassung widerspräche. Richterin Roselyne Aburili sagte, es gebe keine „abschließenden wissenschaftlichen Belege“, dass Homosexualität angeboren sei und daraus ein Anspruch auf rechtlichen Schutz folge.

In Afrika verbieten Human Rights Watch zufolge 33 Länder homosexuelle Handlungen. Die Gesetze stammen häufig, wie auch im Fall Kenias, noch aus britischer Kolonialzeit. (dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

6 Kommentare

Neuester Kommentar