Die USA zahlten schon Billionen für ihre atomaren Waffen

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Nuklearwaffen : Was ist die Bombe wert?

Dabei sind die britischen Ausgaben ein Klacks im Vergleich zu den mindestens 52 Milliarden Dollar, die in den USA beispielsweise allein im Jahr 2008 im Zusammenhang mit dem Atomwaffenprogramm ausgegeben wurden (der gesamte deutsche Verteidigungsetat umfasst etwa 30 Milliarden Euro.) Der Nuklearwaffenexperte Stephen I. Schwartz hat diese Ausgaben für das US-Atomwaffenprogramm zusammen mit Deepti Choubey vom „Carnegie Endowment of International Peace“ berechnet. Weit über die Hälfte des Geldes geht demnach direkt an die Nuklearstreitkräfte, um diese instand zu halten, zu modernisieren und die entsprechenden Trägersysteme zu pflegen. Milliardenbeträge verschlingen aber auch die Sicherung von Anlagen und Material sowie die Weiterentwicklung der Raketenabwehr. Insgesamt, so Schwartz, hatten die Amerikaner bereits zwischen 1940 und 1996 rund 5,5 Billionen Dollar für ihr Atomprogramm bezahlt.

Die Folgen eines Atombombenabwurfs: Bilder zu 65 Jahren Hiroshima

65 Jahre Atombombenabwurf
Vor 65 Jahren, am 6. August 1945, warfen die USA eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Wenige Tage später, am 9. August 1945 wurde über Nagasaki die zweite Atombombe abgeworfen.Weitere Bilder anzeigen
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05.08.2010 22:43Vor 65 Jahren, am 6. August 1945, warfen die USA eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Wenige Tage später, am 9....

Milliarden von Dollar kosten außerdem noch heute die Gesundheits- und Umweltschäden, die durch Atomtests und bei der Atomwaffenproduktion entstanden sind. Bilder aus den 50er und 60er Jahren zeigen, warum. In der Wüste von Nevada kniet ein Trupp von Soldaten in normalen Kampfuniformen, die Gewehre halten die Männer im Anschlag. Alle starren gebannt auf die riesige Wolke, die am Horizont wie ein gigantischer Pilz in den Himmel wächst. Den radioaktiven Staub, der später auf sie niederregnen wird, wird ein Kamerad mit einem Besen von ihren Uniformen fegen.

Gerade bei den oberirdischen Atomtests, die alle Atommächte bis auf Israel durchgeführt haben, sind extrem viele solcher radioaktiver Teilchen in die Atmosphäre gelangt. Für die Hochzeit dieser Tests in den 60er Jahren verzeichnet das Bundesamt für Strahlenschutz auch in Deutschland eine massive Erhöhung der radioaktiven Isotope Cäsium 134, Cäsium 137 und Strontium 90. Erst 1986, nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, stiegen diese Werte wieder massiv an – wenn auch nicht ganz so hoch.

Wie viele Menschen aufgrund dieser Tests tatsächlich ums Leben gekommen sind, lässt sich kaum nachweisen. Welcher Arzt kann sagen, dass eine Krebserkrankung ausbricht, weil der Patient eine genetische Veranlagung dazu hat, oder dass es an den radioaktiven Teilchen liegt, denen er als Kind beim Spielen im Garten oder Pilzeessen besonders ausgesetzt war. Das US-Gesundheitsministerium schätzte allerdings im Jahr 2005 selbst, dass etwa 11 000 Amerikaner in den Jahren zwischen 1951 und 2000 aufgrund der Folgen nuklearer Tests gestorben sind. Atomkritische Organisationen wie zum Beispiel die „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ gehen von Millionen von Toten weltweit aus.

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