• Österreichische Rechtspopulisten in Erklärungsnot : FPÖ bunkert Parteivermögen in Goldbarren

Österreichische Rechtspopulisten in Erklärungsnot : FPÖ bunkert Parteivermögen in Goldbarren

Die Rechtspopulisten haben in einer Pension Gold gelagert, um Ihr Vermögen in Krisenzeiten zu schützen. Der Goldschatz soll einen Wert von 600.000 Euro haben.

Goldbarren in unterschiedlicher Größe (Symbolbild)
Goldbarren in unterschiedlicher Größe (Symbolbild)Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Fund mehrerer Goldbarren in einem von der rechtspopulistischen FPÖ genutzten Bauernhaus in Tirol bringt die skandalumwitterte Partei in Erklärungsnot. Die liberalen Neos forderten am späten Donnerstagnachmittag "Transparenz". Sie beantragten eine Sondersitzung des Wiener Landtags, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. "Dass sich Politiker vor dem Weltuntergang fürchten und für Krisenzeiten in Osttirol Gold lagern, ist genauso skurril wie hinterfragenswert", erklärten die Neos.

Das Wochenmagazin "Profil" hatte den heimlichen Goldbesitz der FPÖ aufgedeckt. Demnach fand die Polizei im Sommer in der Pension "Enzian" in dem bei Skifahrern und Wanderern beliebten Ort St. Jakob drei Kassetten mit Goldbarren. In dem ehemaligen Bauernhaus mit Blick auf die Tiroler Berge befindet sich ein "Bildungsinstitut" der FPÖ. Ihr geheimer "Goldschatz" sorgte für Schlagzeilen in österreichischen Zeitungen und Online-Netzwerken. Laut der Tageszeitung "Österreich" soll es sich um 30 Goldbarren zu je 500 Gramm handeln, die einen Wert von rund 600.000 Euro haben sollen.

"Hier ist alles ganz legal"

Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp wollte sich zum Wert der Barren nicht äußern. "Das ist ein Betriebsgeheimnis. Wir wollen unseren politischen Mitbewerbern nicht mitteilen, wie gut aufgestellt wir sind." Die FPÖ hat in dem Notariatsakt, der den Ermittlern übergeben wurde, die Anzahl der Barren geschwärzt, wie das Wochenmagazin "Profil" berichtet. Nepp wies Vorwürfe zu einem möglichen Fehlverhalten seiner Partei zurück. "Hier ist alles ganz legal", sagte er. Die Partei habe das Gold während der Finanzkrise 2008 gekauft, um ihr Vermögen in wirtschaftlich turbulenten Zeiten zu schützen. Die Partei habe sich entschieden, die Barren privat zu verwahren, da Banken pleite gehen und dicht machen könnten.

Das Geld für den Ankauf stammte aus Parteivermögen, zitierte APA Nepp. "Ominöse Geldquellen" könne er ausschließen. Der Ankauf sei bei einer österreichischen Bank erfolgt und ordnungsgemäß in der Buchhaltung erfasst worden. Bestand und Verwahrung seien notariell beurkundet worden. Mittlerweile wurden die Goldbarren laut FPÖ an einen "sicheren Ort in Wien" gebracht, wie die Tageszeitung "Österreich" berichtet.

Ex-Parteichef Strache hat keinen Zugriff mehr

Zugriff hatten nur ausgewählte Personen, wie Nepp der APA weiter schilderte. Dies seien zunächst er selbst gewesen, der damalige Parteichef Heinz-Christian Strache, dessen Parteifreund Johann Gudenus und ein Buchhalter.

Nach den Rücktritten von Strache und Gudenus im Zuge der "Ibiza-Affäre" seien die Zugangscodes geändert worden. Nun werde das Gold in Wien verwahrt "nicht in einer Bank", aber dennoch "sicher", zitierte die APA Nepp.

Die FPÖ wird immer wieder von Vorwürfen der illegalen Parteienfinanzierung umwittert. In einem 2015 erschienenen Buch über den langjährigen FPÖ-Chef Jörg Haider hatte ein früherer Vertrauter des Rechtspopulisten die Existenz einer schwarzen Kasse in Liechtenstein enthüllt. Das Geld sollte demnach zur Finanzierung von politischen Aktivitäten Haiders verwendet werden.

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Im Mai setzte die "Ibiza-Affäre" um illegale Parteispenden der Beteiligung der FPÖ an der Regierung in Wien ein Ende. Der frühere Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache zog sich aus der Politik zurück. (AFP)

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