• Ostdeutsche singen nicht mit: Thüringens Ministerpräsident wirbt für neue Nationalhymne

Ostdeutsche singen nicht mit : Thüringens Ministerpräsident wirbt für neue Nationalhymne

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche das Lied der Deutschen nicht mitsingen, sagt Bodo Ramelow. Er spricht sich für einen neuen Text aus.

Der Linken-Politiker Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, in einer Landtagssitzung.
Der Linken-Politiker Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, in einer Landtagssitzung.Foto: Martin Schutt/dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. „Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte der Linke-Politiker der „Rheinischen Post“.

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte Ramelow weiter. „Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt.“ Er plädierte für einen neuen Text, „der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins.“ Nach der Wende sei der Vorschlag des verfassungsgebenden Runden Tisches der DDR abgelehnt worden, zugunsten von Bertolt Brechts „Kinderhymne“ auf beide deutschen Hymnen zu verzichten.

Das Deutschlandlied wurde 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet und in der Weimarer Republik zur Nationalhymne gemacht. Später missbrauchten die Nationalsozialisten die erste Strophe („Deutschland, Deutschland über alles“) für ihre Zwecke. Die deutsche Nationalhymne besteht heute aus der dritten Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit“.

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Mehrere Medien hatten jüngst über das „Süddeutsche Treffen“ der AfD-Gruppierung „Der Flügel“ im bayerischen Greding am Wochenende berichtet. Im Internet zirkuliert ein Video der Veranstaltung, das zeigt, wie zum Schluss alle drei Strophen des Deutschlandliedes gesungen werden. Zu sehen sind rund 15 Personen auf dem Podium, darunter auch der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Der Thüringer AfD-Vorsitzende stimmt bei der zweiten Strophe in den Gesang ein. Gesetzlich verboten ist das Singen der ersten Strophe nicht. (dpa, AFP, KNA)

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