Park Geun Hye : Südkoreas Ex-Präsidentin muss noch länger ins Gefängnis

Wegen Vorteilsnahme im Amt wurde Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye erneut verurteilt. Die Haftstrafen für Park summieren sich damit auf 32 Jahre - und es könnten noch mehr werden.

Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye kommt zu einer Anhörung ins Gericht.
Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye kommt zu einer Anhörung ins Gericht.Foto: Ahn Young-Joon/AP/dpa

Drei Monate nach ihrer Verurteilung zu 24 Jahren Haft wegen Korruption ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye zu weiteren acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Seoul befand die 66-jährige konservative Politikerin für schuldig, während ihrer Amtszeit illegal hohe Summen vom Geheimdienst angenommen und teilweise für eigene Zwecke genutzt zu haben. Wegen Vorteilsnahme im Amt erhielt sie sechs Jahre Haft und eine Geldstrafe von 3,3 Milliarden Won (2,5 Millionen Euro). Vom Vorwurf der Bestechlichkeit wurde sie freigesprochen, weil mit der Annahme des Geldes keine Gegenleistungen verbunden gewesen seien.

Zudem wurde gegen sie in demselben Prozess eine weitere Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen Verstoßes gegen die Wahlgesetze verhängt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr vorgeworfen, sich vor den Parlamentswahlen 2016 illegal in das Nominierungsrennen der damaligen Regierungspartei Saenuri eingemischt zu haben. Park, die dem gesamten Verfahren aus Protest fernblieb, hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Anklagevertreter hatten insgesamt 15 Jahre gefordert. Die Urteilsverkündung wurde im Fernsehen übertragen.

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Weitere acht Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsidentin Park
Weitere acht Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsidentin Park

Der Skandal um Park und ihre Freundin Choi Soon Sil hatte das Land aufgewühlt

Die Haftstrafen für Park summieren sich damit auf 32 Jahre. Wenige Stunden vor dem jüngsten Urteil hatte die Staatsanwaltschaft in der Berufungsinstanz des ersten, hauptsächlichen Verfahrens gegen Park erneut eine Strafe von 30 Jahren gegen die Politikerin gefordert.

Die Tochter des ehemaligen Militärdiktators Park Chung Hee wurde Ende 2012 als erste Frau ins höchste Staatsamt des Landes gewählt. Als Folge eines Korruptionsskandals wurde sie im März 2017 vorzeitig des Amtes enthoben. Im April dieses Jahres verurteilte sie ein Gericht dann wegen Korruption, Machtmissbrauchs, Nötigung und anderer Vergehen.

Der Skandal um Park und ihre umstrittene Freundin Choi Soon Sil hatte das Land monatelang aufgewühlt. Parks ehemalige Vertraute ist eine Schlüsselfigur in der Korruptionsaffäre. Die Tochter eines ehemaligen Sektenführers wurde im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt. Park wurde unter anderem vorgeworfen, ihrer Freundin die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Parks Nachfolger im Präsidentenamt ist der sozialliberale Moon Jae In. (dpa)

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