Parteitag der Linken : Sahra Wagenknecht liefert Stoff für neuen Streit

Keine Einheit, keine Ergebnisse: Die Linkspartei hat in Leipzig nichts geklärt und bleibt zerstritten. Ein Kommentar.

Sahra Wagenknecht hat ihre Position in der Flüchtkingsfrage in Leipzig bekräftigt.
Sahra Wagenknecht hat ihre Position in der Flüchtkingsfrage in Leipzig bekräftigt.Foto: Britta Pedersen/dpa

Das Gruppenfoto von Partei- und Fraktionsführung und der geplante Fachkongress zum Thema können nicht darüber hinwegtäuschen: Der Parteitag der Linken in Leipzig hat nichts geklärt oder gar die Einheit nach außen demonstriert, auf die die Parteichefs Kipping und Riexinger gesetzt und die sie mehrfach beschworen hatten.

Sahra Wagenknecht bekräftigte in ihrer Rede kurz vor Parteitagsschluss nicht nur ihre Positionen in der Flüchtlingsfrage, sie würdigte auch die Versöhnungssignale der anderen Seite mit keinem Wort. „Rassismus“ oder „AfD light“, zwei Schimpfworte, über die das Wagenknecht-Lager sich beklagt, sind tatsächlich nicht freundlich.

In der Flüchtlingsfrage bleibt die Linke gespalten, wie die Gesellschaft insgesamt

Das waren aber auch Titel und Inhalt jenes Essays nicht, den Wagenknecht kurz vor Leipzig ihren Widersachern um die Ohren gehauen hatte: „Linke Moral und neoliberale Interessen“ oder: Ihr macht in Moral, dient aber objektiv der andern Seite.

So bleibt es bei der Formel „offene Grenzen“ im Parteitagsbeschluss, mit der beide Seiten leben können, weil sie nach Geschmack interpretierbar ist, aber auch Stoff für die nächsten Kräche liefert.

Vielleicht war einfach die Erwartung falsch, dass man als einzige Partei in einer Frage einig sein könnte, die die Gesellschaft insgesamt spaltet.

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