Personalflucht bei Vivantes : Ausbilden, aber schnell!

Fast 30 Pflegekräfte haben bei einer Vivantes-Klinik in Berlin gleichzeitig gekündigt. Eine Ausbildungsoffensive könnte so etwas verhindern. Ein Kommentar.

Klinikverbund mit Lücken. Auch das Vivantes Humboldt Klinikum in Reinickendorf muss sehen, wie es am Markt besteht.
Klinikverbund mit Lücken. Auch das Vivantes Humboldt Klinikum in Reinickendorf muss sehen, wie es am Markt besteht.Foto: imago/Jürgen Ritter

Fast alle 50 Berliner Plankrankenhäuser suchen Pflegekräfte. Damit sind jene 50 Kliniken gemeint, die der Senat für die Landesversorgung als unentbehrlich einstuft, mit denen im Alltag, vor allem aber im Katastrophenfall geplant wird.

Nicht nur, dass diese Häuser heute schon unter Personalnot leiden. Die Not wird wachsen, denn die Stadt wächst noch. Und darum wird der Kampf um die knapper werdenden Fachkräfte härter geführt werden – inklusive Headhunter, Kopfprämie, konspirativer Abwerbegespräche.

Dass fast 30 Pflegekräfte eine der landeseigenen Vivantes-Kliniken verlassen, um in einem kirchlichen Krankenhaus anzufangen, ist erst der Anfang. Diesmal hat es Vivantes getroffen – das nächste Mal kann es eine andere Klinikkette treffen. Offenbar hat der Markt versagt.

Trotz (moderat) steigender Einkommen wollen zu wenige Männer und Frauen in der Pflege arbeiten, während die Lage in Kliniken und Heimen ernster wird: Immer mehr, immer ältere Patienten brauchen zunehmend komplexe Versorgung. Was hilft, wenn der Markt versagt? Selber machen.

Eine staatliche Ausbildungsoffensive braucht das ganze Land, insbesondere aber Berlin. Der Senat plant eine Ausbildungsakademie samt Hilfe bei der Wohnungssuche. Das muss nun schnell geschehen, sonst kann mit den 50 Kliniken bald nicht mehr geplant werden.

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