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Personalwechsel im Weißen Haus : Donald Trump entlässt Außenminister Rex Tillerson

Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo soll neuer US-Außenminister werden. Grund für die Entlassung sei eine "andere Denkweise" gewesen, sagte Trump.

US-Präsident Donald Trump mit Außenminister Rex Tillerson bei einem Auftritt in New York
US-Präsident Donald Trump (links) mit Außenminister Rex TillersonFoto: REUTERS/Kevin Lamarque

Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo soll neuer Außenminister der USA werden und Amtsinhaber Rex Tillerson ablösen. Das kündigte Präsident Donald Trump am Dienstagmorgen (Ortszeit) überraschend auf Twitter an. Pompeo werde einen „fantastischen Job“ machen, schrieb Trump. Er bedankte sich zugleich bei Tillerson.

Trump räumte unterschiedliche politische Ansichten zum scheidenden US-Außenminister als Grund für dessen Abgang ein. Er habe eine andere Denkweise als Tillerson gehabt, sagte Trump vor Journalisten in Washington D.C. Als Beispiel nannte er etwa den Atomdeal mit dem Iran. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht, sagte Trump.

Der Präsident will zudem Gina Haspel zur neuen CIA-Direktorin machen - als erste Frau in dieser Position. Die 61-jährige war seit 2017 Vize-Direktorin der CIA und war damit Pompeos Stellvertreterin. Beide Posten müssen vom Senat bestätigt werden.

Nach der Entlassung Tillersons hat US-Präsident Donald Trump auch einen der ranghöchsten Mitarbeiter des State Department gefeuert: Staatssekretär Steve Goldstein wurde am Dienstag entlassen, wie er gegenüber AFP in Washington bestätigte. Goldstein hatte sich zuvor gegenüber Journalisten kritisch über Tillersons Entlassung geäußert. Goldstein hatte erklärt, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. „Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben“, teilte er mit.

Tillerson hatte eine Auslandsreise nach Afrika um einen Tag verkürzt und war bereits am Montagabend nach Washington zurückgeflogen. Am Samstag hatte er Termine in Afrika aus Gesundheitsgründen abgesagt. Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige dementierte dies aber stets.

Erst am Montag hatte sich Tillerson der britischen Anschuldigung angeschlossen und Russland für den Anschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Skripal verantwortlich gemacht. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Im Dezember hatte Präsident Trump seinen Außenminister brüskiert, als er dessen Bemühungen im Nordkorea-Konflikt als Zeitverschwendung bezeichnete und Tillersons bedingungsloses Gesprächsangebot an das Regime in Pjöngjang ablehnte.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Personalwechsel in den vergangenen Monaten. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen. (Reuters, dpa, AFP)

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