Pflegereform : "Das wird auch etwas kosten"

Im Gesundheitsministerium wird offenbar über eine Beitragserhöhung bei der Pflegeversicherung nachgedacht. Die Reform soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium weist Berichte zurück, wonach sich Ministerin Ulla Schmidt (SPD) für eine Beitragserhöhung bei der Pflegeversicherung ausgesprochen haben soll. "Diese Darstellungen sind falsch", unterstrich Ministeriumssprecher Klaus Vater. Schmidt habe lediglich erklärt, es müsse darüber gesprochen werden, was die Pflegeversicherung in der Zukunft leisten solle, was das kosten werde und wie das zu bezahlen sei.

Vor den Verhandlungen der großen Koalition über eine Pflegereform hatte Schmidt am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" gesagt: "Das wird auch etwas kosten, das kann nicht mit 1,7 Prozent Pflegebeitrag bezahlt werden. Und diese Diskussion bin ich gern bereit zu führen". Damit habe die Ministerin lediglich für Ehrlichkeit und Offenheit in der Pflegedebatte plädiert, sich aber nicht für eine Beitragserhöhung ausgesprochen, betonte Vater.

Die Koalition will die Pflegereform laut Schmidt auf jeden Fall bis Jahresende unter Dach und Fach bringen. Ziel der Reform sei unter anderem, pflegende Familienangehörige besser zu unterstützen und eine bessere Bezahlung der Pflegeberufe zu erreichen. Zudem sollten neue Wohnformen unterstützt und die ambulante gegenüber der stationären Pflege gestärkt werden. Für Pflegeheime sei die Einführung von "Zertifizierungen mit Siegel" geplant. "Die Pflegereform wird in diesem Jahr verabschiedet werden", versicherte Schmidt. Qualität gehe aber vor Schnelligkeit. (tso/ddp)

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