• Polizei spricht von „terroristischem Vorfall“: Drei Tote nach Messerattacke in britischem Reading

Polizei spricht von „terroristischem Vorfall“ : Drei Tote nach Messerattacke in britischem Reading

In einem Park in der Stadt Reading sind am Abend drei Menschen getötet worden. Der Täter soll wahllos auf seine Opfer eingestochen haben.

Der Vorfall ereignete sich im britischen Reading.
Der Vorfall ereignete sich im britischen Reading.Foto: REUTERS/Peter Nicholls

In Großbritannien sind bei einer Messerattacke am Samstagabend drei Menschen getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Am Tatort in einem Park voller Menschen in der Stadt Reading westlich von London wurde ein 25-jähriger Mann festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Zunächst hatte es geheißen, der Vorfall werde „derzeit nicht als Terrorakt behandelt“. Am Sonntag erklärte die Polizei dann, dass es sich nach ersten Ermittlungen um einen "terroristischen Vorfall" handele.

Die Polizei habe Mordermittlungen eingeleitet und die Anti-Terror-Einheiten um Unterstützung gebeten, erklärte Hauptkommissar Ian Hunter in der Nacht. Das Motiv des Täters sei bislang unklar.

Der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, soll es sich bei dem festgenommenen Mann um einen Libyer handeln.

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Premierminister Boris Johnson verurteilte die Tat und sprach den Betroffenen sein Beileid aus: "Meine Gedanken sind bei allen, die von dem schrecklichen Vorfall in Reading betroffen sind, und mein Dank gilt den Rettungsdiensten vor Ort", schrieb Johnson im Onlinedienst Twitter.

Tat ereignete sich nach einer Kundgebung

Augenzeugen berichteten, wie ein einzelner Mann durch den Park lief, in dem viele Menschen unterwegs waren. Er soll wahllos auf seine Opfer eingestochen haben. Innenministerin Priti Patel nannte den Vorfall "einen sinnlosen Angriff auf Menschen, die einen Samstagabend mit Freunden genießen".

Der Vorfall in der 220.000-Einwohner-Stadt ereignete sich kurz nach einer Kundgebung der "Black Lives Matter"-Bewegung in dem Park. Die Polizei gab jedoch an, dass sie bislang keinen Zusammenhang zwischen der Anti-Rassismus-Demonstration und der Messerattacke sieht.

Großbritannien war in den vergangenen Jahren mehrfach von islamistischen Anschlägen erschüttert worden. Anfang Februar verletzte ein vorzeitig aus der Haft entlassener Islamist drei Passanten in der Hauptstadt London mit einer Stichwaffe, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Ende November erstach ein Angreifer auf der London Bridge zwei Menschen und verletzte mehrere weitere, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte beide Attacken für sich. (AFP)

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