• Polizei weitet Terror-Ermittlungen aus: Iraker soll vier Anschläge auf Bahnstrecken verübt haben

Polizei weitet Terror-Ermittlungen aus : Iraker soll vier Anschläge auf Bahnstrecken verübt haben

In Bayern und Berlin sollten Stahlseile Züge zum Entgleisen bringen. Die Polizei ermittelt inzwischen wegen vier Fällen gegen einen terrorverdächtigen Iraker.

Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab.
Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab.Foto: Daniel Karmann,dpa

Bei den Anschlägen auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin werfen die Ermittler dem verhafteten terrorverdächtigen Iraker inzwischen vier Taten vor. Es gehe um drei Fälle in Bayern sowie einen in Berlin, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes in München der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Bislang war von zwei Anschlägen berichtet worden.

„Wir gehen davon aus, dass es drei Taten zu verschiedenen Zeiten am selben Tatort waren“, sagte er über die Vorfälle im mittelfränkischen Allersberg. Wann das genau gewesen sein soll, müsse aber noch ermittelt werden.

Bei zwei Anschlägen im Oktober und Dezember in Bayern und Berlin sollten quer über die Schienen gespannte Stahlseile Züge zum Entgleisen bringen. Verletzt wurde niemand. Dem Sprecher zufolge gehen die Ermittler auch zwei Fällen mit Holz- und Eisenteilen nach.

Dabei soll der Täter Keile gebaut haben. Letztlich habe er aber wohl Konstruktionsfehler begangen, weswegen der Zug nicht entgleist sei, hieß es. Kriminaltechnische Untersuchungen deuteten darauf hin, dass es sich um denselben Täter handeln könnte, sagte der Sprecher.

Der 42-jährige Iraker, der den Angaben zufolge mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sympathisiert, war am Montag in Wien festgenommen worden. Ihm droht lebenslange Haft.

Wien spricht von "Terrorzelle"

Im Zusammenhang mit den Anschlägen liefert Tschechien zwei Terrorverdächtige aus dem Irak in Deutschland an Österreich aus. Das entschied ein Gericht in Prag am Freitag. Dem 30 Jahre alten Mann und der drei Jahre jüngeren Frau werden Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Finanzierung von Terrorismus vorgeworfen. Sie sollen nach Darstellung des österreichischen Innenministers Herbert Kickl mit dem in Wien festgenommenen Iraker eine „Terrorzelle“ gebildet haben. Das österreichische Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hatte die beiden Beschuldigten mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Kritik wurde in Prag an der Informationspolitik der tschechischen Behörden laut. Sie hatten erst nach den Aussagen Kickls im Parlament in Wien über die Festnahmen informiert. (dpa)

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