Posten des EU-Kommissionschefs : Manfred Weber ist offenbar aus dem Rennen

Die EU-Regierungschefs haben sich offenbar in Osaka geeinigt, dass Manfred Weber nicht Chef der EU-Kommission wird.

Manfred Weber (CSU), Spitzenkandidat der EVP bei der Europawahl 2019.
Manfred Weber (CSU), Spitzenkandidat der EVP bei der Europawahl 2019.Foto: Henning Kaiser/dpa

Der konservative Spitzenkandidat Manfred Weber (CSU) ist einem Medienbericht zufolge aus dem Rennen um den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Die im japanischen Osaka beim G20-Gipfel anwesenden EU-Regierungschefs hätten sich am Freitag darauf geeinigt, dass der EVP-Spitzenkandidat nicht neuer Präsident der EU-Kommission wird, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Entscheidung bereits akzeptiert.

Die Entscheidung ist laut Bericht unter Leitung von EU-Ratspräsident Donald Tusk und nach Rücksprache mit den jeweiligen Führern der europäischen Parteienfamilien gefällt worden. Wie die "WamS" weiter berichtet, wollen die EU-Regierungschefs und führende Vertreter des EU-Parlaments in den kommenden Tagen darüber beraten, ob Sozialdemokrat Frans Timmermans oder ein anderer EVP-Vertreter Chef der EU-Kommission werden sollen.

EU-Sondergipfel am Sonntag

Die Konservativen und Sozialdemokraten als stärkste Fraktionen im Europaparlament pochten bisher drauf, dass nur ein Spitzenkandidat der Europawahl Nachfolger von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker werden kann. Für die konservative Europäische Volkspartei (EVP) ist das CSU-Politiker Weber und für die Sozialdemokraten der Niederländer Timmermans.

Die EU-Chefs hatten sich bei ihrem regulären Juni-Gipfel vergangene Woche jedoch nicht auf einen Kandidaten für die Juncker-Nachfolge einigen können. Den Durchbruch sollte ein EU-Sondergipfel am Sonntag bringen. Weber hatte sich bisher geweigert, seinen Anspruch auf den Kommissionsvorsitz aufzugeben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist sowohl gegen Weber als Kommissionschef als auch gegen das Prinzip der Spitzenkandidaten. (AFP)

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