Präsidentschaftswahl in Kenia : Amtsinhaber Kenyatta mit 98 Prozent zum Sieger erklärt

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hat die von der größten Oppositionsgruppe boykottierten Wahlen in Kenia wie erwartet gewonnen. Mehr als 98 Prozent der Stimmen sollen auf ihn entfallen sein.

Kenias Staatschef Uhuru Kenyatta spricht am 30.10.2017 in Nairobi zum Volk, nachdem er als Gewinner der Wahlwiederholung in Kenia bekannt gegeben wurde.
Kenias Staatschef Uhuru Kenyatta spricht am 30.10.2017 in Nairobi zum Volk, nachdem er als Gewinner der Wahlwiederholung in Kenia...Foto: dpa/ Sayyid Abdul Azim

Aus der von der Opposition boykottierten Präsidentschaftswahl in Kenia ist der Amtsinhaber Uhuru Kenyatta nach Angaben der Wahlkommission als klarer Sieger hervorgegangen. Wie das Gremium am Montag in Nairobi mitteilte, errang Kenyatta 98,2 Prozent der Stimmen. Die Wahl war am Donnerstag wiederholt worden, nachdem das Oberste Gericht die vorherige Abstimmung vom August wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt hatte.

Der 56-jährige Kenyatta erklärte, sein Sieg sei eine "erneute Bestätigung des Willens" der Wähler. Zugleich räumte er ein, dass es voraussichtlich gerichtliche Anfechtungen des Wahlergebnisses geben werde.

Kenyattas Herausforderer, der 72-jährige Raila Odinga, hatte vor der Wiederholung der Wahl seine Kandidatur aus Protest gegen die umstrittene Wahlkommission zurückgezogen und zum Boykott der Wahl aufgerufen. Sein Aufruf zeigte Wirkung. Nach Angaben der Wahlkommission gingen nur 38,8 Prozent der 19,6 Millionen registrierten Wähler an die Urnen. Für Odinga wurden weniger als ein Prozent der Stimmen abgegeben.

Oberstes Gericht hatte Wiederholung der Wahl angeordnet

An der später annullierten Wahl vom 8. August hatten sich noch fast 80 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt. Die Wahlkommission hatte Kenyatta damals mit einem Stimmenanteil von gut 54 Prozent zum Sieger erklärt. Odinga kam demnach auf knapp 45 Prozent. Das Oberste Gericht ordnete wegen Unregelmäßigkeiten aber eine Wiederholung der Wahl an.

Diese war wegen Sicherheitsproblemen in vier westlichen Bezirken, Bastionen der Opposition, auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Dort leben überwiegend Angehörige der Volksgruppe der Luo, zu der auch Oppositionsführer Odinga gehört. Kenyatta ist Mitglied von Kenias größter Volksgruppe der Kikuyu.

In den Oppositionshochburgen hatten sich Regierungsgegner am Donnerstag heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Seit dem Wahltag wurden mindestens neun Menschen getötet, viele von ihnen nach Angaben von Menschenrechtsgruppen durch Polizeikugeln. Die Zahl der Toten seit der ersten Präsidentschaftswahl vom August stieg damit auf 49. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.

Odinga hatte am Sonntag eine Kampagne des zivilen Ungehorsams angekündigt. Damit wollte er die Regierung zwingen, binnen 90 Tagen eine neue Wahl anzusetzen. Doch Vizepräsident William Ruto lehnte das schroff ab und erklärte: "Es wird weder eine neuerliche Wahl geben, noch eine Diskussion über Fragen im Zusammenhang mit Wahlen." (AFP)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!