Prominente Unterstützung im Impeachment-Verfahren : O.J.-Simpsons Anwalt verteidigt Trump

Das Verteidigerteam von Trump im Amtsenthebungsverfahren bekommt Zuwachs. Mit Dershowitz unterstützt einer der berühmtesten Anwälte der USA den Präsidenten.

Unterstützt Trump im Impeachment-Verfahren: Professor Alan Dershowitz (r) (Archivbild)
Unterstützt Trump im Impeachment-Verfahren: Professor Alan Dershowitz (r) (Archivbild)Foto: AFP/Mark Wilson

Die Anwälte von US-Präsident Donald Trump bekommen im Amtsenthebungsverfahren prominente Unterstützung: Der Jurist Ken Starr, der mit seinen Ermittlungen 1998 den Grundstein für das letztlich erfolglose Impeachment-Verfahren gegen den damaligen Präsidenten Bill Clinton legte, und Star-Anwalt Alan Dershowitz schließen sich dem Team der Verteidigung an, wie Trumps Rechtsberater am Freitag mitteilten.

Der Harvard-Juraprofessor Dershowitz wurde bekannt als einer der Anwälte, die 1995 im Mordprozess gegen den einstigen Footballstar und Schauspieler O.J. Simpson einen Freispruch erwirkten. Der emeritierte Harvard-Professor Dershowitz ist einer der bekanntesten Promi-Anwälte der USA. Zu seinen Mandanten gehörten neben O.J. Simpson auch Boxlegende Mike Tyson und Regisseur Roman Polanski.

Dershowitz verteidigte auch Epstein

In die Schlagzeilen geriet Dershowitz zudem als Anwalt des US-Millionärs Jeffrey Epstein, dem zahlreiche Sexualverbrechen zur Last gelegt wurden. Er sorgte mit dafür, dass Epstein nach einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen 2008 nur eine 13-monatige Haftstrafe absaß.

Auch Dershowitz selbst wird Sex mit einer Minderjährigen vorgeworfen. Der heute 81-Jährige hat dies entschieden zurückgewiesen. Epstein wurde im vergangenen August nach einer erneuten Inhaftierung in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden. Nach Angaben der Gerichtsmedizin nahm sich der 66-Jährige das Leben.

Dershowitz erklärte am Freitag, er werde bei dem Trump-Prozess im Senat verfassungsrechtliche Argumente gegen das Impeachment und eine Amtsenthebung vortragen. Er beteuerte, es gehe ihm nicht um Parteipolitik. So sei er gegen das Impeachment des Demokraten Clinton gewesen und habe bei der Präsidentschaftswahl 2016 für Trumps demokratische Gegnerin Hillary Clinton gestimmt. Er wolle aber die "Integrität der Verfassung" verteidigen und verhindern, dass ein "gefährlicher Präzedenzfall" geschaffen werde.

Rechtsberater des Weißen Hauses soll Verteidigerteam leiten

Geleitet wird Trumps Verteidigerteam einem Insider zufolge vom Rechtsberater des Weißen Hauses, Pat Cipollone, und Trumps persönlichem Anwalt Jay Sekulow. Der erfahrene Jurist hat maßgeblich die bisherige Verteidigungsstrategie des Präsidenten in der Ukraine-Affäre entworfen und auf eine Blockade der Untersuchung des Repräsentantenhauses gesetzt.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump hatte am Donnerstag im Senat offiziell begonnen. Am Dienstag werden die Eröffnungsplädoyers erwartet. Die Demokraten werfen Trump Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Kongresses vor. Nach ihrer Auffassung hielt der Republikaner vom Kongress genehmigte Militärhilfe in Höhe von knapp 400 Millionen Dollar für die Ukraine zurück. Damit soll Trump, Präsident Wolodymyr Selenskyj dazu bewegen wollen, Ermittlungen gegen Ex-US-Vizepräsident Joe Biden und dessen Sohn Hunter wegen angeblicher Verwicklung in Korruption einzuleiten.

Joe Biden gilt als aussichtsreicher Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und damit als potenzieller Rivale des Republikaners Trump, der im November wiedergewählt werden will.

Trump hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Er ist der dritte Präsident in der US-Geschichte, der sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen muss. Die Entscheidung liegt bei den Senatoren, von denen die meisten Republikaner sind. Es gilt daher als unwahrscheinlich, dass Trump sein Amt verliert. (Reuters/AFP)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!