Putin dankt Trump : CIA-Informationen verhindern Terroranschlag in St. Petersburg

Im Zentrum von St. Petersburg sollte ein Anschlag verübt werden. Informationen des US-Geheimdienste haben geholfen, ihn zu verhindern.

Jutta Sommerbauer
Wladimir Putin dankte Donald Trump telefonisch für die Hilfe.
Wladimir Putin dankte Donald Trump telefonisch für die Hilfe.Foto: Mikhail Klimentyev, AFP

Die Großwetterlage zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ist seit einiger Zeit stabil schlecht. Jedoch gibt es Tage, da blitzt ein wenig Sonnenlicht durch. So dankte der russische Präsident Wladimir Putin am Sonntag seinem US-Kollegen Donald Trump am Telefon für die Hilfe bei der Verhinderung eines Terroranschlags. Russische Medien berichteten breit darüber. Ihren Angaben zufolge konnten die Sicherheitskräfte dank der von der CIA gelieferten Informationen einen Anschlag auf die Kasaner Kathedrale in St. Petersburg verhindern.

Putin dankte nicht nur Trump, sondern auch dem CIA-Chef Mike Pompeo für die Kooperation. Der Informationsaustausch habe geholfen „viele Menschenleben zu retten“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag und deutete an, welche Ziele Moskau mit der unüblichen Verkündung verfolgt. Man müsse den behördlichen Austausch verstärken, ein periodischer Kontakt zwischen den Geheimdiensten sei nicht genug. Moskau sei bereit, bei ähnlichen Bedrohungsszenarien in den USA ebenso Informationen zu liefern. Das Weiße Haus bestätigte das Telefonat. „Beide Staatsmänner waren sich einig, dass dies ein Beispiel ist für die positiven Dinge, die passieren können, wenn unsere Länder kooperieren“, hieß es.

Sieben Verdächtige verhaftet

Laut russischen Medienberichten hatten mutmaßliche Terroristen für Sonnabend einen Selbstmordanschlag auf die Sehenswürdigkeit in der zweitgrößten russischen Stadt geplant. Am Freitag war bekannt geworden, dass sieben Verdächtige von der Polizei verhaftet worden waren – bei einem mit Videokameras medienwirksam aufgezeichneten Einsatz. Bekannt ist bisher nur, dass zwei der Festgenommenen aus den Nordkaukasusrepubliken Inguschetien und Dagestan stammen sollen, einer aus dem zentralasiatischen Tadschikistan. Ein 18-jähriger Russe wurde zudem als mutmaßlicher Bombenbauer identifiziert; in einem den Medien übermittelten Polizeivideo gesteht er sein Mitwirken als spräche er von einem Freizeitausflug. Die Gruppe soll sich der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zurechnen.

Berichte der Sicherheitskräfte über abgewendete Attentate sind in Russland keine Seltenheit. Doch selten erfährt man mehr als ein paar Sätze. Für Medienvertreter ist es kaum möglich, die behördlichen Angaben zu überprüfen. Unlängst wurden beispielsweise hunderte Menschen aus Theatern und öffentlichen Gebäuden nach angeblichen telefonischen Bombendrohungen evakuiert. So schnell wie die Meldung auftauchte, war sie wieder verschwunden. Erst am vergangenen Dienstag hatte der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, von einem verhinderten Anschlag berichte, der für die Feiern zum Jahreswechsel geplant gewesen sei. Eine Liste des FSB zählt 18 abgewendete „große“ Terroranschläge im laufenden Jahr, die Aufdeckung von 58 Terrorzellen sowie die „Liquidierung“ von 78 „Banditen“.

Auf der Suche nach Verbündeten

Im Kampf gegen den Terrorismus sucht Moskau nach Verbündeten. Erstens existiert eine reale Terrorgefahr. Russland ist immer wieder das Ziel von Attentaten; die Gefahr hat sich seit dem Militäreinsatz in Syrien verstärkt. Zweitens lassen sich im Antiterror-Kampf trotz der aktuellen Ost-West-Streitigkeiten doch Allianzen schmieden.

Russland hofft schon seit langem, dass Trump, der mit großen Gesten die Niederringung des IS angekündigt hat, ein Partner sein könnte. Der US-Präsident würde das Angebot wohl gern annehmen. Jedoch ist für ihn derzeit jeder Deal angesichts der laufenden Ermittlungen in der Russland-Affäre mit einem Risiko verbunden.

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