RAF : Klar nennt Kritiker "Meinungsblockwarte"

Die heftige Kritik an seinem kapitalismuskritischen Grußwort hat den früheren RAF-Terroristen Christian Klar überrascht. Nun fühlt er sich einer Kampagne von "Meinungsblockwarten" ausgesetzt, die "aus Kalkül" gegen ihn polemisierten.

Berlin - Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar hat sich erstmals persönlich zu seinem umstrittenen antikapitalistischen Grußwort für die Rosa-Luxemburg-Konferenz im Januar geäußert. Er finde es "verteidigenswert", "dass auch ein Gefangener an einer öffentlichen politischen Diskussion von Menschen in Freiheit teilnehmen kann", hieß es in einem der Tageszeitung "Junge Welt" vorliegenden Schreiben Klars. Er habe nicht mit "so einer erstaunlichen Welle" gerechnet, die sein Grußwort ausgelöst habe.

Scharfe Kritik übte Klar an den politischen Reaktionen auf sein Grußwort. "Niemand von diesen Meinungsblockwarten fand es interessant, bis eben genau einen Tag vor der Vollzugsplankonferenz in der JVA Bruchsal." Dies sei "Kalkül". Klar warf seinen Kritikern eine "verantwortungslose Vergiftung der Öffentlichkeit" vor.

Klar sitzt seit 24 Jahren wegen mehrfachen Mordes im Gefängnis. Nach einem antikapitalistischen Grußwort für eine Konferenz hatten Politiker von Union, SPD und FDP eine Begnadigung abgelehnt, die derzeit von Bundespräsident Horst Köhler geprüft wird. Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) verwehrte Klar wegen seiner Äußerungen zudem bereits in Aussicht gestellte Haftlockerungen. (tso/dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben