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Tagesspiegel Klimapodcast Gradmesser
© TSP / Illustration: Felix Möller für den Tagesspiegel

Klimapodcast Gradmesser: Raus aus Russlands Gas - aber wie?

Berlin setzte bei der Energiewende voll auf russisches Gas. Nach Putins Angriff auf die Ukraine ist das hinfällig. Über Abhängigkeit und Alternativen.

Von Ruth Ciesinger

Deutschlands wichtigster Importpartner für Öl, Steinkohle und vor allem Erdgas ist – Russland. Rund 57 Prozent des hierzulande verwendeten Gases kommt aus russischen Quellen, Gas deckt insgesamt ein Viertel des deutschen Energiebedarfes. Für die kommenden Jahre hätte das noch mehr werden können, denn Erdgas hat bisher in den deutschen Plänen zur Energiewende eine entscheidende Rolle als Brückentechnologie eingenommen. Zumindest, bis Wladimir Putin am 24. Februar einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat.

EU und USA haben inzwischen weitreichende Sanktionen gegen Russland und die russische Führung erlassen. Ausgespart aber bleibt das Öl- und Gasgeschäft. Auch die Gazprom-Bank ist nicht, wie andere russische Banken, vom internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen, so dass zum Beispiel Deutschland weiter für Gas und Öl aus Russland zahlen kann.

Mindestens indirekt wird dadurch auch der russische Krieg gegen die Ukraine finanziert. Auch deshalb werden Forderungen laut, jetzt möglichst schnell aus dem russischen Gas „auszusteigen“. Andererseits könnte auch Wladimir Putin selbst beschließen, die Lieferungen einzustellen.

So oder so fragt sich: Kommt Deutschland, kommt die EU los von russischem Gas – und wie sieht es mit der Energiewende aus? Antworten darauf hat im Podcast Andreas Löschel. Andreas Löschel ist Leitautor des Weltklimarates, Professor für Umweltökonomik und Nachhaltigkeit in Bochum. Und – besonders spannend in diesen Zeiten – er leitet die Expertenkommission "Energie der Zukunft" der Bundesregierung.

Das größte Problem der fossilen Energieträger wie Erdgas, Öl und Kohle ist aber unabhängig von deren Herkunft die Unmengen an Treibhausgasen, die bei Förderung und Verbrauch entstehen. Wie lebensbedrohlich die durch die immer weiter steigenden CO2- und Methan-Emissionen weiter voranschreitenden Klimakrise bereits ist, hat der Weltklimarat am 28. Februar im zweiten Teil des sechsten IPCC-Sachstandsberichts dargelegt.

Hans-Otto Pörtner, Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe und Meeresbiologe am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, geht im Podcast auf die aktuelle Emissionsentwicklung ein.

Wenn Sie neugierig geworden sind, können Sie gleich hier in den Gradmesser reinhören:

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Weitere Folgen des Gradmessers können Sie auch direkt hier hören:

Folge 31 mit Ozeanforscher Felix Mark

Folge 30 mit Energieexperte Stefan Ramesohl

Folge 29 mit Frankreichs bekanntester Klimaaktivistin Camille Etienne

Folge 28 mit Sozialwissenschaftler und IPCC-Leitautor Oliver Geden

Folge 27 mit Autor Toralf Staud und Sozialpsychologin Pia Lamberty

Folge 26 mit der „Wirtschaftsweisen“ Veronika Grimm

Folge 25 mit Klimaphysiker Wolfgang Lucht

Folge 24 mit BUND-Verkehrsexperten Jens Hilgenberg

Folge 23 mit Regierungsberaterin Kira Vinke

Folge 22 mit dem Biologen Harald Uphoff

Folge 21 mit Bauingenieurin Lamia Messari-Becker

Folge 20 mit WWF-Klimachefin Viviane Raddatz

Folge 19 mit Energieökonom Andreas Löschel

Folge 18 mit Energieforscher Volker Quaschning

Folge 17 mit GermanZero-Geschäftsführer Julian Zuber

Folge 16 mit China-Forscher Nis Grünberg

Folge 15 mit Pauline Brünger, Sprecherin von Fridays for Future

Folge 14 mit Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann und Autorin Katja Trippel

Folge 13 mit Mareike Menneckemeyer vom Bürgerrat Klima

Folge 12 mit Polarforscher Markus Rex

Folge 11 mit dem Energieexperten Patrick Graichen

Folge 10 mit dem Waldexperten Ulrich Schraml

Folge 9 mit dem Meteorologen und Klimaforscher Mojib Latif

Alle Gradmesser-Folgen finden Sie hier.

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