Razzien in Türkei und Zypern : Erdogan will mehr als 200 Soldaten festnehmen lassen

Sie gelten als verdächtig, den Erdogan-Gegner Gülen zu unterstützen: Nach Razzien in der Türkei und Zypern sind bereits 50 gesuchte Soldaten inhaftiert worden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.Foto: Umit Bektas/Reuters

Die Türkei hat die Festnahme von 222 Soldaten im Inland sowie im türkischen Teil Zyperns angeordnet. Ihnen wird die Unterstützung des islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet den in den USA lebenden einstigen Weggefährten Gülen als Drahtzieher des Putschversuchs gegen seine Regierung im Juli 2016. Die Bewegung des Geistlichen klassifiziert er als Terrororganisation.

Nach Angaben von Anadolu wurden bei laufenden Razzien in 54 türkischen Städten und in Zypern zunächst 50 Verdächtige festgenommen. Die betroffenen Soldaten dienten demnach in verschiedenen Streitkräften des Landes.

Mehr als drei Jahre nach dem vereitelten Putsch von Teilen des Militärs sind Zehntausende Menschen in der Türkei als mutmaßliche Gülen-Anhänger aus dem öffentlichen Dienst entlassen, verfolgt oder verhaftet worden. Auch im Ausland sucht die türkische Regierung nach Anhängern. Gülen selbst weist alle Vorwürfe zurück. (dpa)

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