Reizthema Grönland : Pompeo bemüht sich um Streitschlichtung mit Dänemark

US-Präsident Trump sagt einen Staatsbesuch in Dänemark ab und stänkert über dessen Regierungschefin. Sein Außenminister bemüht sich, die Wogen zu glätten.

Eisscholle in Dänemark.
Eisscholle in Dänemark.Foto: Felipe Dana/dpa

Vor dem Hintergrund der jüngsten Irritationen über den Umgang mit Grönland haben die Chefdiplomaten der USA und Dänemarks miteinander telefoniert. Es sei „über eine stärkere Kooperation mit dem Königreich Dänemark - inklusive Grönland - in der Arktis“ gesprochen worden, teilte das Büro von US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwochabend (Ortszeit) mit.

Dänemark sei ein geschätzter Verbündeter, hieß es nach seinem Gespräch mit Jeppe Kofod. Dabei ging es den Angaben zufolge auch um den bis auf Weiteres verschobenen Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in dem skandinavischen EU-Staat. Kofod sprach auf Twitter von einem „ehrlichen, freundlichen und konstruktiven Gespräch“, das die enge Bande beider Länder unterstrichen habe.

Trump wollte Dänemark eigentlich am 2. und 3. September besuchen, verschob seine Reise aber mit Verweis auf die aus seiner Sicht respektlose Reaktion der dortigen Regierung auf seinen Vorschlag, Grönland an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. In Dänemark riefen der Vorschlag an sich wie auch die Absage des Staatsbesuchs ungläubige, teils belustigte bis entsetzte Reaktionen aus Politik und Gesellschaft hervor.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte Trumps Vorschlag als "absurd bezeichnet". Trump nannte diese Aussage Frederiksen "nasty" und sagte außerdem zu Journalisten: "Sie spricht ja nicht mit mir, sondern mit den Vereinigten Staaten von Amerika. So redet man nicht mit den USA, solange ich hier etwas zu sagen haben." Die Nachricht vom Besuchsverzicht Trumps habe in Dänemark „Bedauern und Überraschung“ ausgelöst, so Frederiksen.

Trump setzte am Mittwochabend einen Tweet ab, in dem er sich über die, seiner Meinung nach, zu geringen Nato-Ausgaben Dänemarks beschwert.

Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern gehört zum dänischen Königreich, ist aber autonom. Durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland, wegen dort vermuteter Bodenschätze sowie eines wichtigen US-Militärstützpunktes ist die Insel nicht nur für die USA strategisch bedeutsam. (jni, dpa)

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