Reparationsforderung aus Griechenland : Mitsotakis will mit Deutschland verhandeln

Griechenlands neuer konservativer Premier will über Entschädigung für deutsche Kriegsverbrechen sprechen. Die Forderung kam schon von Vorgänger Tsipras.

Kanzlerin Merkel und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis
Kanzlerin Merkel und der griechische Premierminister Kyriakos MitsotakisFoto: Tobias Schwarz/AFP

Der neue griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis will mit der Bundesregierung über Reparationen für die im Zweiten Weltkrieg von Deutschland verursachten Schäden verhandeln.

Bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte der konservative Regierungschef am Donnerstag eine entsprechende Forderung der linken Vorgängerregierung, die vor knapp fünf Monaten in einer diplomatischen Note an die Bundesregierung gerichtet worden war. „Wir hoffen, dass es da eine positive Reaktion geben wird“, sagte Mitsotakis.

Er setze darauf, dass dieses „schwierige Kapitel“ bald geschlossen werden kann. Die Lösung dieses Problems sei „wichtig für die engere Zusammenführung unserer beiden Länder“.

Experten sehen Ansprüche in Milliardenhöhe

Griechenland hatte Deutschland Anfang April – damals noch unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras – in einer diplomatischen Note formell zu Verhandlungen über Reparationen für Kriegsschäden aufgefordert. Mitsotakis' Partei Nea Dimokratia (ND) hatte diesem Schritt im Parlament zugestimmt.

Vor drei Jahren hatte eine griechische Expertenkommission des Parlamentes die Ansprüche auf bis zu 290 Milliarden Euro geschätzt.

Für die Bundesregierung ist das Thema mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag über die außenpolitischen Folgen der deutschen Einheit von 1990 rechtlich und politisch abgeschlossen.

In dem Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR und den vier ehemaligen Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sind Reparationen allerdings nicht ausdrücklich erwähnt. Außerdem waren zahlreiche von Nazi-Deutschland angegriffene und besetzte Staaten wie Griechenland und Polen an den Verhandlungen darüber nicht beteiligt. (dpa)

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