Romney attackiert Trump : "Dem Amt nicht gerecht geworden"

Mitt Romney gehört seit langem zu den Trump-Kritikern unter den Republikanern. Jetzt zieht er in den Senat ein – und bekräftigt seine Haltung.

Donald Trump
Donald TrumpFoto: REUTERS/Joshua Roberts

Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert und dessen Tauglichkeit für das höchste Amt in den USA in Frage gestellt. „Sein Verhalten in den vergangenen zwei Jahren, insbesondere seine Handlungen im vergangenen Monat, sind ein Beleg dafür, dass der Präsident dem Amt nicht gerecht geworden ist“, schrieb Romney in einem Gastbeitrag für die „Washington Post“.

Nicht alle politischen Vorhaben Trumps seien fehlgerichtet, betonte Romney. Das Land sei aber so "gespalten, aufgebracht und wütend", dass "charakterliche Qualitäten" des Präsidenten "unverzichtbar" seien. Auf diesem Gebiet sei das "Defizit" des Amtsinhabers aber besonders "eklatant". Romney kündigte an, er werde mit Trump umgehen wie mit mit jedem anderen Präsidenten. "Ich habe nicht vor, jeden Tweet oder Fehler zu kommentieren", schrieb der künftige Senator. "Aber ich werde gegen wichtige Stellungnahmen oder Handlungen Stellung beziehen, die spaltend, rassistisch, sexistisch, einwandererfeindlich oder unehrlich sind oder demokratische Institutionen beschädigen".

Romney gehört seit langem zu den internen Kritikern Trumps. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte er Trump scharf kritisiert. Im Mai hatte Romney erklärt, er halte den Präsidenten nicht für ein Vorbild für seine Enkelkinder. Romney hatte 2012 die Präsidentenwahl gegen den Demokraten Barack Obama verloren. Danach zog er sich weitgehend aus der Politik zurück. Bei der Kongresswahl Anfang November hatte Romney aber einen Sitz im US-Senat erobert; an diesem Donnerstag zieht er nun in die Kammer ein.

Trump reagierte am Mittwoch per Twitter auf die Attacke seines Parteikollegen. Romney solle sich lieber auf Themen wie die Grenzsicherung konzentrieren, wo er nützlich sein könne. „Ich habe klar gewonnen und er nicht“, schrieb Trump und rief Romney auf, ein Teamplayer zu sein. (dpa)

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