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Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Foto zeigt Wladimir Putin, Präsident von Russland, der in seiner Residenz Nowo-Ogarjowo außerhalb von Moskau an einer Sitzung des Sicherheitsrates teilnimmt.
© Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa

Kreml-Propaganda in Russland: Rückhalt für Putin und seinen Krieg in der Ukraine wächst

Jüngste Erhebungen legen nahe, dass große Teile der russischen Bevölkerung hinter dem Krieg gegen die Ukraine stehen. Auch Putins Zustimmungswerte steigen.

Rund fünf Wochen nach dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine, scheint die russische Bevölkerung zu einem Großteil hinter dem Einmarsch und dem Präsidenten Wladimir Putin zu stehen.

Das Levada-Zentrum, das einzige unabhängige Meinungsforschungsinstitut Russlands, veröffentlichte jüngst eine repräsentative Umfrage, wonach 81 Prozent der Befragten hinter dem Krieg in der Ukraine und dem russischen Vorgehen stehen.

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Als Hauptgrund für den Krieg nennen sie die Notwendigkeit, russischsprachige Menschen zu schützen und folgen damit ganz der Propaganda des Kremls.

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Auch Putins persönliche Zustimmungswerte sind Anfang März wieder auf 83 Prozent, im Vergleich zu 71 Prozent im Februar gestiegen.

„Konfrontation mit dem Westen hat die Menschen gefestigt“

Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da es an Vergleichsparametern fehlt. Unabhängige Meinungsforschungsinstitute sind in Russland inzwischen Mangelware, das Levada-Zentrum gilt als das einzig verbliebene vom russischen Staat beziehungsweise staatlichen Investitionen unabhängige Institut. 2016 wurde das Zentrum von den russischen Behörden als „ausländischer Agent“ eingestuft.

Die „New York Times“ berichtet zudem von Analysten, die zu bedenken geben, dass sich die Stimmung noch einmal deutlich ändern könnte, wenn sich der durch die Sanktionen verursachte wirtschaftliche Schaden erhöht.

Mehr zum Ukraine-Krieg bei Tagesspiegel Plus:

Von der staatlichen Vorgabe abweichende Meinungen dürften im Kontext des Krieges und der nochmals verschärften Repressionen gegen Oppositionelle, Medien und freie Meinungsäußerung noch rarer geworden sein – ein Effekt, der sich wohl auch in den Erhebungen niederschlägt.

Seit kurzem gelten neue Zensurgesetze nach denen für „Falschnachrichten“ über den Krieg oder staatliche Organe bis zu 15 Jahren Haft drohen.

Die „New York Times“ zitiert den Direktor des Instituts, Denis Volkov, der die westlichen Sanktionen als Hauptgrund für die steigende Unterstützung für Putins Kurs sieht: „Die Konfrontation mit dem Westen hat die Menschen gefestigt“, so Volkov.

Die Befragten hätten das Dogma des Kremls übernommen, der Westen führe einen Wirtschaftskrieg gegen das russische Volk und die Bevölkerung müsse sich um ihren Anführer scharen.

Aljoscha Huber

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