• Sinkende Spendenbereitschaft: Weniger Menschen geben Geld – aber mehr zeigen „Anpack-Kultur“

Sinkende Spendenbereitschaft : Weniger Menschen geben Geld – aber mehr zeigen „Anpack-Kultur“

Alternative Formen des Engagements nehmen zu. Für viele Projekte ist dennoch entscheidend, ob die Jüngeren vom Spenden überzeugt werden können. Ein Kommentar.

Geldsammelbüchsen sind zu Weihnachten beliebt. Der Tagesspiegel bittet indes um die Überweisung auf das etablierte Spendenkonto.
Geldsammelbüchsen sind zu Weihnachten beliebt. Der Tagesspiegel bittet indes um die Überweisung auf das etablierte Spendenkonto.Foto: dpa

Nur noch rund 19,5 Millionen Menschen gaben im vergangenen Jahr Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Der Deutsche Spendenrat ist zurecht alarmiert. Denn der Wert für 2019 ist der niedrigste seit der ersten Erhebung der Zahlen vor 15 Jahren - als würden wir Deutsche kühler, abweisender.

Ist das so? Der Rückgang ist eine wirklich schlechte Nachricht, sollte man meinen. Aber man kann sie noch ein wenig ins Positive wenden: Die alternativen Formen des Engagements nehmen zu, nennen wir es die „Anpack-Kultur“, die mit Sachspenden, Zeitspenden und der Arbeit Ehrenamt. Die Beiträge zu Vereinen werden ja auch nicht erfasst.

Es kommt auf die Ansprache an

Und immerhin bleibt die Summe auf einem hohen Niveau, seit fünf Jahren über fünf Milliarden Euro. Eine Entwarnung gibt es hier allerdings auch nicht. Der Trend zeigt nach unten. Zu Beginn gaben noch fünf von zehn Bürgern Geld, heute nur noch drei von zehn. Umso mehr kommt es auf die Ansprache an, darauf, die Relevanz von Projekten möglichst gut zu erklären.

Die Deutschen werden darum nicht abweisender, sondern anspruchsvoller, was Durchdringen der Gründe für Hilfe betrifft. Was dafür spricht: Diejenigen, die spenden, geben dann häufiger.

Mit ausschlaggebend für die Zukunft vieler Projekte wird allerdings, dass mehr als 40 Prozent der Spender älter als 70 sind. Hier einen Schub Richtung Verjüngung zu schaffen, sprich: die Jüngeren zu überzeugen, wird die große Herausforderung für 70 Spenden sammelnde gemeinnützige Organisationen. Gelungene Kommunikation zeigt sich immer mehr als Voraussetzung für jede Gemeinschaftsleistung.

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