SPD-Parteivorsitz : Simone Lange wünscht sich Duell mit Andrea Nahles

Simone Lange, SPD-Oberbürgermeisterin von Flensburg, hat am Freitag im Willy-Brandt-Haus ihre Bewerbung für den Parteivorsitz abgegeben. Sie gibt sich selbstbewusst.

Simone Lange, Oberbürgermeisterin in Flensburg, bei ihrer Pressekonferenz über ihrer Kandidatur für den SPD-Vorsitz am Freitag in Berlin.
Simone Lange, Oberbürgermeisterin in Flensburg, bei ihrer Pressekonferenz über ihrer Kandidatur für den SPD-Vorsitz am Freitag in...Foto: Soeren Stache/dpa

Die Größe ihres Selbstbewusstseins kann man an diesem Freitagmittag im Willy-Brandt-Haus vielleicht an dem dicken, schwarzen norddeutschen Gruß „Moin“ ablesen, Schriftzug auf einem knallroten Jutebeutel. Natürlich hat die Oberbürgermeisterin aus Flensburg, Simone Lange von der SPD, ihn nicht ohne Grund auf dem Tisch drapiert. „Mein Moin, mit dem ich hierher gekommen bin, ist sehr stark.“

In den vierten Stock der Bundesparteizentrale ist Simone Lange gekommen, weil sie an diesem Tag offiziell „und lange vor dem Fristende“, wie sie betont, ihre Bewerbung abgeben will für die Kandidatur zum Parteivorsitz auf dem Bundesparteitag im April in Wiesbaden. Mindestens drei Ortsverbände müssen laut Satzung einen Kandidaten nominieren, Lange gibt 35 Nominierungen aus zehn Bundesländern im Sekretariat des Bundesvorstands ab. Es kommen aber täglich mehr hinzu.

Sie hat sich geärgert

Die 41-Jährige, in Thüringen geboren und seit 15 Jahren SPD-Mitglied, sitzt in Berlin, weil sie sich geärgert hat. Die Partei nehme ihre Satzung nicht ernst, als sie vor wenigen Wochen Andrea Nahles zur kommissarischen Parteivorsitzenden bestimmen wollte. Lange sieht die „innerparteiliche Demokratie“ in Gefahr und möchte „Stimme der Basis“ sein. Zudem sagt sie: „Wir brauchen wenigstens eine Doppelspitze.“ Wenn die SPD sich wirklich erneuern wolle, sei es wenig glaubhaft, dass die Parteivorsitzende gleichzeitig Fraktionschefin sei, die wiederum die Regierungslinie zu vertreten habe.

Lange will, dass alle Mitglieder die neue Parteichefin wählen dürfen. Dazu sei eine Urabstimmung geeignet. Sie wird gefragt, ob sie Kontakt zu Andrea Nahles habe. Lange sagt: „Sie hat sich bei mir gemeldet. Ja.“ Und dann sagt sie noch, dass sie sich sehr gerne mit Nahles öffentlich duellieren würde.

 

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