Staatschef mit 37 : Konservativer Bukele wird El Salvadors jüngster Präsident

Er will die Korruption und Kriminalität bekämpfen: Nayib Bukele ist El Salvadors neuer Präsident und muss ohne Mehrheit im Parlament regieren.

Sieger im ersten Wahlgang: Nayib Bukele.
Sieger im ersten Wahlgang: Nayib Bukele.Foto: Jose Cabezas/Reuters

El Salvador hat einen neuen Präsidenten gewählt. Nayib Bukele von der konservativen Großen Allianz der Nationalen Einheit (Gana) konnte nach dem vorläufigen Endergebnis 53,83 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wie die Wahlkommission am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter mitteilte.

Der ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador löst den linken Präsidenten Salvador Sánchez Serén ab. Mit 37 Jahren wird Bukele der bislang jüngste Staatschef des mittelamerikanischen Landes.

Amtsübergabe am 1. Juni

"Wir können mit ganzer Sicherheit bekanntgeben, dass wir die Präsidentschaft in der ersten Runde gewonnen haben", wurde Bukele von seiner Partei auf Twitter zitiert. Er hatte sich gegen den von der rechten Partei Arena aufgestellten Unternehmer Carlos Calleja (42) sowie den ehemaligen Außenminister Hugo Martínez (51) von der regierenden Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) durchgesetzt.

Eine ursprünglich für den 10. März angesetzte Stichwahl dürfte damit nicht mehr nötig sein. Die Amtsübernahme ist für den 1. Juni vorgesehen. Allerdings wird Bukele ohne Mehrheit im Parlament regieren müssen: Dort verfügt seine Partei über nur elf der insgesamt 84 Sitze.

Die Mordrate ist eine der höchsten der Welt

Bukele hat versprochen, mehr in Bildung zu investieren und die Korruption zu bekämpfen. Vor allem müsste er aber neue Programme gegen die weit verbreitete Unsicherheit in dem Land umsetzen. Die Mordrate liegt bei 51 pro 100.000 Einwohnern - und damit erheblich über dem weltweiten Durchschnitt. Im vergangenen Jahr wurden 3340 Morde registriert. Mächtige Straßengangs sollen 70.000 Mitglieder haben, von denen 17.000 hinter Gittern sind.

Die Bevölkerung hat zudem mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Zwar wuchs die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent - die größte Steigerung seit fünf Jahren - doch etwa 30 Prozent der 6,6 Millionen Salvadorianer leben unter der Armutsgrenze. Der monatliche Mindestlohn von umgerechnet 260 Euro reicht gerade einmal, um Nahrungsmittel zu kaufen. dpa

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