Statistisches Bundesamt : Immer weniger Asylbewerber erhalten Geld vom Staat

Rückgang um mehr als ein Drittel: Weil immer weniger Schutzsuchende nach Deutschland kommen, sinken die Ausgaben für sie.

Asylbewerber in einer Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE)
Asylbewerber in einer Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE)Foto: Daniel Karmann/dpa

Im vergangenen Jahr haben deutlich weniger Asylbewerber in Deutschland staatliche Gelder bekommen. Rund 468.000 Personen bezogen Ende 2017 sogenannte Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Zum Jahr davor ist dies ein Rückgang um knapp 36 Prozent. Damit sank die Zahl der Leistungsbezieher zum zweiten Mal in Folge merklich.

Denn nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise zwischen August 2015 bis März 2016 kamen später spürbar weniger Schutzsuchende nach Deutschland. Die staatlichen Ausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz betrugen 2017 knapp 5,9 Milliarden Euro brutto und lagen dem Amt zufolge damit rund 38 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Anerkannte Asylberechtigte nicht in der Statistik enthalten

Zwei Drittel der sogenannten Regelleistungsempfänger waren männlich und ein Drittel weiblich. Fast 30 Prozent waren noch nicht volljährig, rund 69 Prozent im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und etwa ein Prozent 65 Jahre oder älter. Mit 55 Prozent stammten Ende 2017 die meisten Bezieher aus Asien. Größte Gruppe waren hier Afghanen vor Irakern und Syrern. Etwa 22 Prozent kamen aus Afrika und 20 Prozent aus Europa.

Leistungsberechtigt sind unter anderem Ausländer, die eine Aufenthaltserlaubnis haben, susidiären Schutz genießen, geduldet werden oder nicht abgeschoben werden können sowie Ehepartner oder minderjährige Kinder. Ausländer, die als Flüchtlinge oder Asylberechtigte anerkannt sind, sind nicht leistungsberechtigt und damit nicht in der Statistik enthalten. (Reuters, AFP)

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