Putin lässt Evakuierung von Russen aus Syrien vorbereiten

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Syrien : Assads Ende rückt näher

Derweil mehren sich die Zeichen dafür, dass Assad weitere Stützen seiner Herrschaft verliert. Der Mufti von Syrien, Scheich Ahmed Hassun, sprach nach Informationen der oppositionellen Website „All4Syria“ bei einer Veranstaltung in Damaskus erstmals von einem Regimewechsel. Das Oberhaupt des offiziellen sunnitischen Islams in Syrien sagte den Angaben zufolge: „Die Bewaffneten sollen den Kampf einstellen und die Waffen niederlegen, denn der Regimewechsel kommt nicht durch Gewalt, sondern durch Dialog.“

Erst vor wenigen Tagen hatte Assads Vizepräsident Faruk al Scharaa mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, die Regierung könne den Krieg gegen die Rebellen nicht gewinnen, ohne das ganze Land zu zerstören. Al Scharaa war vor wenigen Monaten von der Türkei als möglicher Übergangspräsident ins Gespräch gebracht worden. Türkische Diplomaten sehen derzeit aber noch keine Anzeichen dafür, dass der syrische Staatschef zu einem Amtsverzicht bereit sein könnte.

Doch Assad gerät auch auf der internationalen Bühne immer mehr unter Druck. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag, für Moskau gehe es nicht darum, Assad unter allen Umständen im Amt zu halten. Wichtig seien ein Ende des Blutvergießens und Verhandlungen über eine Lösung, bevor das Land zerstört werde.

Putin hat nach Angaben aus Moskau mehrere Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer entsandt, um notfalls russische Staatsbürger aus Syrien holen zu können. Auch das ist ein Zeichen dafür, dass Moskau die Macht Assads immer mehr schwinden sieht. Die Schiffe werden Anfang Januar im Einsatzgebiet erwartet. Russland verfügt über eine große Marinebasis in Syrien.

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