Syrien : US-Regierung wirft Assad weiteren Chemiewaffen-Einsatz vor

Die US-Regierung will Belege für einen Chemiewaffen-Angriff der syrischen Regierungstruppen haben. Der Einsatz soll im Mai in Idlib stattgefunden haben.

Russische und syrische Militärpolizisten stehen Wache vor einem Porträt des syrischen Präsidenten al-Assad.
Russische und syrische Militärpolizisten stehen Wache vor einem Porträt des syrischen Präsidenten al-Assad.Foto: dpa/ Alexander Zemlianichenko

Die USA werfen der Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad einen weiteren Einsatz von Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung vor. Eine US-Untersuchung habe ergeben, „dass das Assad-Regime am 19. Mai Chlorgas als chemische Waffe bei einem Angriff in der Provinz Latakia in Syrien eingesetzt hat“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag in New York. Der Angriff sei Teil des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Truppen gegen Rebellen in der Region Idlib gewesen. Dort unterstützen russische Jets die syrischen Streitkräfte aus der Luft.

Pompeo kritisierte, der Angriff in Latakia gehöre zu der langen Reihe von Chemiewaffen-Einsätzen durch Assads Regierung, bei denen Tausende Syrer verletzt oder getötet worden seien. Er kündigte an, die USA würden der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen zusätzliche 4,5 Dollar (4,12 Millionen Euro) zur Untersuchung von Chemiewaffeneinsätzen in Syrien zur Verfügung stellen.

Das US-Finanzministerium verhängte am Donnerstag Sanktionen gegen eine Firma, die Jet-Kerosin an russische Truppen in Syrien liefern und damit gegen US-Sanktionen verstoßen soll. Das Ministerium teilte mit, bei der betroffenen Firma Maritime Assistance LLC handele es sich um einen Ableger des russischen Konzerns OJSC Sovfracht, gegen den wegen seiner Operationen in der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim bereits früher Sanktionen verhängt worden waren.

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In der Region Idlib im Nordwesten Syriens leben nach Schätzungen rund drei Millionen Zivilisten, mehr als die Hälfte davon Vertriebene. Die benachbarte Türkei befürchtet eine neue Flüchtlingswelle, sollte die Lage dort weiter eskalieren. Beherrscht wird das Gebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Assads Regierung rechtfertigt die Angriffe mit dem „Kampf gegen den Terror“. (dpa)

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