• Terror on Paris - Liveticker vom Samstag zum Nachlesen: Hillary Clinton: Der IS muss besiegt werden

Auswirkungen auf Flugverkehr, Ungewissheit über deutsche Opfer, was in der Nacht geschah

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Terror on Paris - Liveticker vom Samstag zum Nachlesen : Hillary Clinton: Der IS muss besiegt werden

7:55 Uhr: Was passiert im Flugverkehr? Nach Angaben von Airlines haben die Anschläge zunächst keine Auswirkungen auf den Flugverkehr von Deutschland in die französische Hauptstadt. "Alle Flüge sind planmäßig vorgesehen", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Samstagmorgen in Berlin. Die Frage, ob es zu Auswirkungen auf den Flugbetrieb kommt, hänge davon ab, welche konkreten Maßnahmen die französischen Behörden noch ergreifen. Die Lufthansa hat samstags 18 Flüge zwischen München beziehungsweise Frankfurt und Paris. Auch bei Germanwings sollte der Flugbetrieb nach den Worten eines Sprechers normal laufen. Ein morgendlicher Flug von Düsseldorf nach Paris verspätete sich allerdings, weil sich mindestens ein Besatzungsmitglied krankgemeldet habe. Aus welchen Gründen, sei nicht bekannt.

7:50 Uhr: Notstand: Was heißt das? Wer den Notstand ausruft, darf die Behörden ermächtigen, zu jeder Tages- und Nachtzeit Hausdurchsuchungen durchzuführen, und dieselben Behörden befähigen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Kontrolle der Presse und anderer Veröffentlichungen jedweder Art sowie von Radiosendungen, Kinovorführungen und Theateraufführungen zu gewährleisten. Laut der französischen Zeitung "Le Monde" wurde der Notstand erstmals seit Einführung des entsprechenden Gesetzes im Rahmen des Algerienkriegs am 7. August 1955 für sechs Monate ausgerufen. Er wurde seitdem nur dreimal angewandt. Bei der Rückkehr General de Gaulles an die Macht am 13. Mai 1958, um einen eventuellen Staatsstreich zu verhindern, 1961, nach dem "Putsch der Generäle" und im November 2005, zwei Wochen nach Beginn des Aufruhrs in Pariser Vororten.

Frankreichs Präsident Francois Hollande fand noch in der Nacht eindringliche Worte als er an seine Landsleute appellierte.
Frankreichs Präsident Francois Hollande fand noch in der Nacht eindringliche Worte als er an seine Landsleute appellierte.Foto: AFP
Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Am Abend war er mit Frankreichs Präsident Francois Hollande noch beim Länderspiel - am Samstagvormittag sollte der Krisenstab des Auswärtigen Amts tagen.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Am Abend war er mit Frankreichs Präsident Francois Hollande noch beim Länderspiel - am...Foto: AFP

7:30 Uhr: Ungewissheit über deutsche Opfer: Das Außenministerium in Berlin hat noch keine Gewissheit, ob unter den Opfern auch Deutsche sind. "Das Auswärtige Amt hat noch am Abend einen Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden die ganze Nacht über in Kontakt stand", sagte ein Sprecher am Samstagmorgen in Berlin.

7:20 Uhr: Hilferufe per Twitter: Twitter und Facebook spielen eine wichtige Rolle für verzweifelte Angehörige. "Alarm! Wenn jemand etwas hört von Lola, 17 Jahre, heute Abend im #Bataclan, nehmen Sie Kontakt mit uns auf", schrieb ein Nutzer über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Ein anderer gab bekannt: "Ich suche meine kleine Schwester Soad." Denn in den chaotischen Stunden nach den Anschlägen mit mindestens 120 Toten und 200 Verletzten in der französischen Hauptstadt konnten viele ihre Freunde oder Verwandten zunächst nicht erreichen. Mit Fotos als Unterstützung suchten daher viele über Twitter nach ihren Angehörigen, die sich an einem der Anschlagsorte wie dem Fußballstadion Stade de France, in einem der Restaurants oder in dem Konzertsaal Bataclan aufgehalten hatten, in dem allein mindestens hundert Menschen getötet wurden.


Gleichzeitig gab es unter dem Hashtag #PorteOuverte (#OffeneTür) eine Welle der Solidarität mit den Menschen, die wegen der Anschläge nicht nach Hause konnten oder keine Bleibe hatten. Tausende Bewohner von Paris boten ihre Wohnungen für völlig Unbekannte über Twitter an. In der Nacht gab es binnen weniger Stunden 480.000 Tweets dazu. Nach den Anschlägen im Januar auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" hatte sich das Schlüsselwort "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie) weltweit verbreitet und wurde zu einem Symbol für die Solidarität mit Frankreich und den Anschlagsopfern.

7:15 Uhr: Was macht die Nationalmannschaft? Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist entgegen anderslautender Berichte nicht zurück ins Hotel gefahren worden. Die Spieler verharrten die Nacht von Freitag auf Samstag nach der 0:2-Niederlage gegen Frankreich im Stade de France. Sie brachen erst am frühen Samstagmorgen von dort aus Richtung Flughafen Charles de Gaulle auf. Begleitet wurde die Mannschaft von einer Polizeieskorte mit Blaulicht. Die Maschine nach Frankfurt am Main soll am Vormittag starten. Ursprünglich war der Rückflug für Sonntag 12.00 Uhr geplant gewesen, mit dem Ankunftsort Hannover. In der nahe gelegenen Sportschule Barsinghausen will Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft auf die Testpartie am kommenden Dienstag gegen die Niederlande vorbereiten.

7.10 Uhr: Zum Kampf bereit: "Diese Anschläge richten sich nicht nur gegen das französische Volk, sondern gegen die gesamte Menschheit, gegen Demokratie und Freiheit und alle gültigen Werte", erklärt der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Türkei stehe Frankreich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite. Auch die chinesische Regierung erklärte, China sei bereit, Frankreich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite zu stehen und die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu verstärken.

6:55 Uhr: Erschütterung in Deutschland: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) haben am Samstagmorgen ihre Anteilnahme ausgedrückt. "Wir sind tief erschüttert über die vielen Opfer, die durch diese schrecklichen Terroranschläge ums Leben gekommen oder verletzt worden sind", erklärten die Politiker. Ihr tief empfundenes Mitgefühl sei bei den Angehörigen der Opfer. "Wir stehen in diesen schweren Stunden unseren französischen Nachbarn bei, die erneut von einem so schweren Schlag getroffen wurden."

Berlin trauert mit Paris
Schweigeminute vor der französischen Botschaft.Weitere Bilder anzeigen
1 von 40Foto: Kay Nietfeld/dpa
16.11.2015 13:53Schweigeminute vor der französischen Botschaft.

6:40 Uhr: Wie reagiert der Iran? Der iranische Präsident Hassan Ruhani bezeichnet die Anschläge als "unmenschliches Verbrechen".

6:30 Uhr: Was ist bisher bekannt? Bei der Anschlagsserie in Paris sind mindestens 150 Menschen getötet worden. Ermittlerkreise gehen aber von einer deutlich höheren Opferzahl aus. Die Zahl der Verletzten wird derzeit auf 200 geschätzt, 80 davon seien schwerverletzt. An insgesamt fünf Punkten in Paris gab es Anschläge, darunter auch drei Explosionen am Stade de France, wo Frankreich und Deutschland ein Fußball-Testspiel austrugen. Dort starben vier Menschen. Die meisten Todesopfer gab es in der Konzerthalle Bataclan. Die Terroristen nahmen dort Konzertbesucher als Geiseln. Augenzeugen berichteten, dass die Attentäter nach und nach Geiseln töteten, via Twitter richteten sie einen Hilferuf an die Polizei, die das Gebäude auch stürmte. Insgesamt kamen im Bataclan etwa hundert Menschen ums Leben, vier Angreifer töteten sich selbst. Auch an anderen Orten gab es Tote nach Schießereien. Insgesamt kamen acht Terroristen ums Leben, sieben richteten sich selbst. Ob weitere Terroristen auf der Flucht sind, ist nicht hundertprozentig klar.

6:25 Uhr: U2 sagen Konzert ab: Die Rockband U2 hat ein für diesen Sonnabend geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt abgesagt. Das Konzert, das der US-Fernsehsender HBO live übertragen wollte, werde wegen des Ausnahmezustands in Frankreich "nicht wie geplant stattfinden", teilte die Band auf ihrer Internetseite mit. U2, HBO und der Veranstalter Live Nation seien aber "fest entschlossen", das Konzert zu einem "passenden Zeitpunkt" nachzuholen. Die Musiker, die sich am Freitagabend bereits in Paris aufhielten, erklärten, sie hätten die Ereignisse mit "Unglauben und Schock" verfolgt. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen". Besonders schockiert zeigte sich die Band über den Angriff auf das Konzert der Rockband Eagles of Death Metal in der Konzerthalle Bataclan. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei der Band und ihren Fans", erklärte U2. "Und wir hoffen und beten, dass all unsere Fans in Paris in Sicherheit sind."


6:22 Uhr: Sicherheitskreise sind alarmiert: In Berlin wurden die Sicherheitsvorkehrungen bereits verschärft. Auch in Sicherheitskreisen gibt es erste Analysen. Welche, das können Sie hier nachlesen.

6:20 Uhr: Eagles of Death Metal überleben: Die amerikanische Band "Eagles of Death Metal" hat im Bataclan gespielt. Nach Auskunft auf ihrer Facebook-Seite hat die Band selbst das Attentat überlebt, allerdings werden noch einige Crewmitglieder vermisst.

6:15 Uhr: Francois Holland ruft Ausnahmezustand aus: Präsident François Hollande sprach von "Terrorangriffen von einem bisher nie dagewesenen Ausmaß", verhängte den Ausnahmezustand für ganz Frankreich und mobilisierte das Militär. (mit dpa/rtr/AFP/epd)

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