• Terror on Paris - Liveticker vom Samstag zum Nachlesen: Hillary Clinton: Der IS muss besiegt werden

Markus Söder verbindet Flüchtlingsfrage und Anschläge

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Terror on Paris - Liveticker vom Samstag zum Nachlesen : Hillary Clinton: Der IS muss besiegt werden

16:58 Uhr: Ehemaliger Regierungschef Polens kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik: Leszek Miller, ehemaliger polnischer Regierungschef und Vorsitzender der Linkspartei SLD, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. „Angela Merkel ist der größte Schadensverursacher Europas“, sagte Miller am Samstag, als er sich vor der französischen Botschaft in Warschau in das Kondolenzbuch für die Opfer der Pariser Terroranschläge eintrug. Er warf Merkel eine unbedachte Politik vor, mit der sie eine Bedrohung für Europa geschaffen habe. Niemand habe die Regierungen und Gesellschaften der EU gefragt, ob sie eine Massenzuwanderung wünschten, sagte Miller.

16:28 Uhr: Klimakonferenz findet wie geplant in Paris statt: Nach den Angaben des französischen Außenministers Laurent Fabius wird die in zwei Wochen beginnende Klimakonferenz wie geplant stattfinden. Das Treffen werde unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen abgehalten,  teilte das französische Außenministerium in einer entsprechenden Erklärung mit.

Paris nach den Terrorangriffen
Auch in Indien wird getrauert. Muslime in Bhopal zünden Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an.Weitere Bilder anzeigen
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15.11.2015 12:10Auch in Indien wird getrauert. Muslime in Bhopal zünden Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an.


16:12 Uhr: Was passiert nach den Terroranschlägen in Paris mit der Welt? Deutschland, Europa und die Welt sind seit den Anschlägen von Paris nicht mehr, was sie vorher waren. Was muss getan werden? Der Weltkrieg des islamistischen Terrors wird hoffentlich keine schleichende Mutation des Westens zu einem autoritären, intoleranten und angstbeißenden Regime in Gang setzen. Vive la liberté. Ein Kommentar von Frank Jansen.

In diesen Sinne interpretiert auch unser Karikaturist Klaus Stuttmann die Lage.

Die Karikatur von Klaus Stuttmann zu den Terroranschlägen in Paris.
Die Karikatur von Klaus Stuttmann zu den Terroranschlägen in Paris.Foto: Klaus Stuttmann

16:05 Uhr: Kritik bei Twitter an Söder-Tweet: "Nicht jetzt, Markus", war noch eine freundliche Reaktion auf Markus Söders Tweet zu illegaler Einwanderung im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris. Der Rundfunkmoderator Micky Beisenherz antwortete Söder: "Sie beweisen eindrucksvoll, dass in diesen Tagen die Widerlinge Hochkonjunktur haben." Aber natürlich erhielt Söder auch Unterstützung für seine Intervention.

15:53 Uhr: Thomas de Maizière warnt vor vorschnellen Urteilen: Der Innenminister bleibt in seiner Formulierung vorsichtig. Es sei noch nicht nachgewiesen, dass die Personen, die in Paris und Bayern festgenommen wurden, auch tatsächlich mit den Anschlägen in Verbindung stehen. Es solle außerdem nicht vorschnell ein Bogen zur Debatte um das Thema Flüchtlinge gezogen werden.

15:50 Uhr: War Fußballspiel auch ein Ziel? Auf die Frage, ob das Fußballspiel zwischen Deutschland und Frankreich ebenso Ziel der Anschläge war, verwies Thomas de Maizière auf die französischen Ermittlungen. Ein Name wurde an die deutschen Behörden übermittelt, in den Datenbanken in Deutschland gab es für den Namen keinen Treffer.

15:44 Uhr: Thomas de Maizière: Überwachen islamistische Gefährder und Rechtsextreme: Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärt, die deutschen Sicherheitsbehörden würden die Lage in Deutschlang genauestens überwachen und mit den Behörden in Paris kooperieren. Verstärkte Kontrollen gäbe es beim Flug- und Zugverkehr von und nach Frankreich. Bekannte "islamistische Gefährder" werden ebenso überwacht wie Rechtsextremisten, die auf diese Anschläge reagieren könnten. "Die Lage ist ernst", sagt der Innenminister.

15:35 Uhr: Frankreichs Nachbarstaaten verschärfen Grenzkontrollen: Die Niederlande haben nach den Terroranschlägen in Paris die Kontrollen an ihren Grenzen und auf allen Flughäfen verschärft. Zugleich wurden die Sicherheits- und Geheimdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gab Ministerpräsident Mark Rutte am Samstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Den Haag bekannt. Er betonte die Solidarität der Niederlande mit Frankreich und bekundete den Opfern der Anschläge und deren Angehörigen tiefes Mitgefühl.  Auch die Niederlande befänden sich im Krieg gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS), erklärte Rutte. „Der IS ist unser Feind“, sagt er. "Wir sind aber nicht im Krieg mit dem islamischen Glauben.“ Rutte rief dazu auf, trotz der grausamen Bluttaten Ruhe und Einigkeit zu bewahren. „Wir haben es hier mit Extremisten zu tun, die vor allem ein Ziel haben: unsere westliche Gesellschaft zu destabilisieren, indem sie Hass säen.“ Rutte ermahnte die Bevölkerung zugleich zur Wachsamkeit. 

Auch Spanien erhöht Sicherheitsvorkehrunge: Die Regierung von Spanien hat nach den Anschlägen von Paris eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, den Terror-Alarm aber vorerst weiter auf der zweithöchsten Stufe gelassen. Die Sicherheit solle „in einigen Bereichen“ erhöht werden, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Samstag in Madrid. Unter Hinweis auf die nötige Vorsicht wollte er vor Journalisten aber keine Details der geplanten und schon durchgeführten Maßnahmen verraten.  Ein Behördensprecher in Navarra verriet der Nachrichtenagentur efe unterdessen aber, die Präsenz an der 143 Kilometer langen Grenze zwischen der Autonomen Gemeinschaft und Frankreich solle durch Einheiten der Bereitschaftspolizei UIP deutlich verstärkt werden. Ähnliche Aktionen werden nach Medienberichten an der gesamten, rund 656 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zu Frankreich erwartet. Fernández Díaz rief die Spanier auf, Ruhe zu bewahren. „Wir Demokraten halten alle zusammen. Wir wissen: Zusammen werden wir sie (die Terroristen) bezwingen.“ Nach Anschlägen unter anderem in Tunesien und Kuwait hatte Spanien im Juni den Alarm auf die zweithöchste Stufe 4 angehoben. Seitdem gelten für „kritische Infrastrukturen“ wie Flughäfen und Bahnhöfen, Atomanlagen und Botschaften verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

15:23 Uhr: 300 Verletzte nach Anschlägen: Die Pariser Krankenhäuser haben nach der Terrorwelle 300 Menschen versorgt. 80 Opfer seien als akute Notfälle behandelt worden, teilte die Krankenhausverwaltung am Samstag mit. 43 Menschen wurden als Zeugen oder Angehörige von Opfern in Behandlung genommen. Bis zum frühen Nachmittag hätten 53 Menschen die Krankenhäuser bereits wieder verlassen können. Die Mehrheit der Betroffenen stehe unter Schock und litt unter Traumata, die eine längerfristige Versorgung nötig machen könnten.

15:05 Uhr: Identifizierter Attentäter war Franzose und dem Geheimdienst bekannt: Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle Bataclan ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es am Samstag aus Ermittlerkreisen, wie die Presseagentur AFP berichtet. Unser Reporter Mohamed Amjahid hatte diese Nachricht bereits kurz zuvor mit Bezug auf eine französische Quelle getwittert.

14:45: Parallelen zwischen den Anschlägen von Mumbai 2008 und Paris 2015: Der Terrorangriff vom November 2008 in Mumbai könnten die "Blaupause" für die Anschläge in Paris gewesen sein, sagen Sicherheitsexperten im Gespräch mit dem Tagesspiegel. In der indischen Metropole schlugen die Täter auch an mehreren Stellen beinahe  gleichzeitig zu und setzen Sturmgewehre und Sprengstoff ein. Damals starben mehr als 170 Menschen, Spezialeinheiten von Polizei und Militär konnten die islamistischen Terroristen erst nach zwei Tagen ausschalten.

"Ich habe ein Dekret erlassen, um drei Tage Staatstrauer anzuordnen", sagte Präsident François Hollande am Samstagvormittag.
"Ich habe ein Dekret erlassen, um drei Tage Staatstrauer anzuordnen", sagte Präsident François Hollande am Samstagvormittag.Foto: AFP

Es gibt aber noch eine weitere Parallele zu dem Horror in Paris. In Mumbai bekam die Welt über die Berichterstattung der Medien in Echtzeit den Terror mit. Das dürfte ein Kalkül der Angreifer gewesen ein. Weltweit werden Fernsehzuschauer geängstigt, ein Effekt auch psychologischer Kriegführung. In Paris waren die Bedingungen dafür auf furchtbare Weise noch günstiger. Das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland war am Freitagabend ein zentrales Fernsehereignis. Zahllose Fußballfans erlebten live im Wohnzimmer oder in der Kneipe, wie der Terror über Paris hereinbrach. Härter lässt sich die von Extremisten gleich welcher Couleur beschworene "Propaganda der Tat" kaum inszenieren.

14:38 Uhr: Sicherheitsbehörden kannten einen Attentäter: Wir haben Mohamed Amjahid als Reporter nach Paris geschickt. Gerade hat er berichtet, eine DNA-Analyse habe ergeben, dass die Sicherheitsbehörden einen Attentäter kannten:

14:32 Uhr: Länderspiel England-Frankreich wie geplant am Dienstag: Das Fußball-Länderspiel England gegen Frankreich im Londoner Wembley-Stadion findet wie geplant am Dienstag statt. Dies teilt der französische Fußballverband mit.

14:30 Uhr: Muslime distanzieren sich mit Hashtag #notinmyname: Mit einem Hashtag bei Twitter und getwitterten Selfies distanzieren sich weltweit Muslime seit einiger Zeit von der Terrorgruppe "Islamischen Staat". Der Hashtag lautet #notinmyname (Post korrigiert, da wir die Kampagne zunächst irrtümlich für eine Reaktion auf die Anschläge von Paris hielten. Dank für den Hinweis an den Kollegen Jörgen Camrath.)

14:10 Uhr: Özdemir: Wer Flüchtlinge zur Zielscheibe erklärt, verhöhnt die Opfer in Paris: Grünen-Chef Cem Özdemir hat davor gewarnt, angesichts des Terrors in Paris Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Natürlich müssten Sicherheitsmaßnahmen überprüft werden, aber: "Wenn rechte Fanatiker hierzulande jetzt die Flüchtlinge, die häufig selbst vor dem IS geflohen sind, zur Zielscheibe erklären, dann verhöhnen sie die Opfer in Paris nachträglich", sagte Özdemir dem "Tagesspiegel am Sonntag". "In Frankreich haben wir es häufig mit einer Radikalisierung von französischen Staatsbürgern zu tun. Sie sprechen dieselbe Sprache, haben dieselbe Staatsbürgerschaft, aber manche von ihnen sind empfänglich für das Gift des Dschihadismus", sagte Özdemir weiter. Wer den IS wirksam stoppen und zudem verhindern wolle, dass Jugendliche sich auch in Deutschland radikalisieren, der müsse sich "mit den ideologischen und finanziellen Quellen des dschihadistischen Faschismus" beschäftigen. "Der IS kommt nicht aus dem Nichts, sondern wird von reichen Fanatikern aus den Golfstaaten und Saudi-Arabien finanziert. Gleichzeitig behandeln wir diese Länder als unsere angeblichen Verbündeten und engen Wirtschaftspartner. Das ist Heuchelei pur."

14:08 Uhr: Söder hält Schließung der Grenzen für eine Option: Bayerns Finanzminister Markus Söder sagte der "Welt am Sonntag", die Zeit "unkontrollierter Zuwanderung und illegaler Einwanderung" könne so nicht weitergehen. "Paris ändert alles." Wenn die EU-Außengrenzen nicht gesichert werden könnten, müsse Deutschland seine Grenzen sichern. Sollte der Bund sagen, er könne die Grenzen nicht allein sichern, dann könne Bayern das übernehmen.

14:03 Uhr: IS droht Frankreich mit neuem Terror: Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht. „Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung“, hieß es in einer am Samstag im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. „Frankreich und jene, die seinem Pfad folgen, wissen, dass sie ganz oben auf der Liste der Ziele des Islamischen Staates stehen und dass der Geruch des Todes ihre Nasen nicht verlassen wird, solange sie ihren Kreuzzug fortführen, es wagen, unseren Propheten zu beleidigen (...), stolz darauf sind, gegen den Islam Krieg zu führen und die Muslime im Land des Kalifats mit ihren Flugzeugen anzugreifen“, heißt es in dem Text, der in arabisch und französisch vorliegt. Die Echtheit und der Inhalt des Bekennerschreibens konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die Wortwahl erinnert jedoch an frühere Bekennerschreiben des IS.

14:01 Uhr: Hochzeitsknaller mit Schüssen verwechselt: Zeugen haben von weiteren Schüssen und Explosionen berichtet - ein Fehlalarm, wie sich herausstellte. Behördenvertreter teilten gegenüber „Le Monde“ mit, es habe sich um Knaller für eine Hochzeit gehandelt.

13:53 Uhr: Syriens Machthaber Assad macht Westen für Terror in Paris mitverantwortlich: Der syrische Machthaber Baschar al Assad hat den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich gemacht. Die Terrorangriffe vom Freitag seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge am Samstag bei einem Treffen mit einer Delegation französischer Politiker und Medienvertreter. "Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (...) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen", sagte Assad. In Wien suchen derzeit die Außenminister und Vertreter aus 17 Staaten Auswege aus dem Bürgerkrieg in Syrien. Darunter sind die fünf UN-Vetomächte, Deutschland, der Iran und Saudi-Arabien. Die Rolle Assads ist ein Streitpunkt, westliche Länder fordern seinen Rücktritt.

13:50 Uhr: Tunesiens Präsident verurteilt "barbarische" Attentate: Der tunesische Präsident Béji Caïd Essebsi verurteilt die "barbarischen" Attentate von Paris. Nach einer kurzen Unterredung mit Präsident François Hollande im Elysée-Palast sagte Essebsi, dass sein Land "alle Völker, die von der Freiheit beseelt sind", dazu aufrufe, "ihre Anstrengungen gegen das Böse zu koordinieren".

13:47 Uhr: In Paris bleiben heute die meisten Kinos zu: Die Kinoketten Gaumont Pathé, UGC et MK2 kündigen an, dass es an diesem Samstag in Paris keine Filmvorführungen geben wird.

13:40 Uhr: Terrorismusexperte spricht von "religiösem Weltkrieg" des IS: Der Terrorismusexperte Berndt Georg Thamm sieht in den Anschlägen von Paris einen weiteren Hinweis darauf, dass der "Islamische Staat" (IS) einen "religiösen Weltkrieg" führt. Der Wille zur Ausübung von Gewalt werde allerdings noch immer unterschätzt. "Der IS globalisiert sich im zweiten Jahr der Ausrufung des Kalifats mit atemraubender Geschwindigkeit und hat dem Netzwerk Al Qaida in der Terrorszene längst den Rang abgelaufen." Thamm geht auch deshalb davon aus, dass die Angriffe in der französischen Hauptstadt dem IS weitere dschihadistische Söldner in die Arme treiben werden. "Die Botschaft des IS lautet: Wir sind wer. Wir haben ein eigenes Kalifat. Wir bekämpfen jene, die vom wahren Glauben abgefallen sind und die Ungläubigen. Und wir nehmen es mit allen auf."

13:23 Uhr: Wie Sport-Stars auf den Terror in Paris reagieren: Die Sportwelt zeigt sich schockiert angesichts der Terroranschläge in Paris. Unsere Kollegen von der dpa haben die Reaktionen einiger Stars zusammengetragen.

13:21 Uhr: Französische Polizei findet syrischen Pass: Nach Angaben aus Polizeikreisen wurde bei einem der Attentäter ein syrischer Pass gefunden. Der Pass sei in der Nähe der Leiche eines der Angreifer entdeckt worden, sagte ein Polizeivertreter am Samstag. Laut Polizeikreisen gehen die Ermittler zusammen mit französischen und ausländischen Geheimdiensten derzeit einer "syrischen Spur" nach.
13:20 Uhr: Sicherheitskreise halten Täterschaft des IS für wahrscheinlich: In Sicherheitskreisen ist zu hören: Entweder habe der IS die Anschläge direkt gesteuert oder aber die Täter seien zumindest ideologisch vom IS inspiriert worden und hätten im Sinne der Terrormiliz gehandelt. Frankreich ist dem IS vor allem aus zwei Gründen verhasst. Die französische Luftwaffe beteiligt sich an Angriffen in Syrien und französische Einheiten haben Anfang 2013 Teile der von Islamisten eroberten Nordregion des afrikanischen Staates Mali freigekämpft. Die Gotteskrieger dort stehen zwar eher in Verbindung zu Al Qaida, doch der IS reklamiert für sein "Kalifat" die ideologische Führung weltweit. Dass Al Qaida hinter den Anschlägen in Paris stecken könnte, schließen Sicherheitsexperten allerdings nicht aus, auch wenn es als weniger wahrscheinlich gilt. Al Qaida müsse sich angesichts der Konkurrenz des deutlich erfolgreicheren IS „beweisen“, warnen Sicherheitskreise. Verheerende Anschläge im Westen wären eine passende Methode, in der islamistischen Terrorszene verloren gegangenes Renommee zurückzugewinnen. Außerdem könnte Al Qaida wegen seiner Präsenz in Mali wie auch in Syrien behaupten, es gebe Gründe, Frankreich anzugreifen. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft die mit Al Qaida liierte Al-Nusra-Front, die auch von Kampfflugzeugen aus dem Westen attackiert wird.  Die Al-Nusra-Front hat in Syrien schwere Anschläge verübt, sie richteten sich vor allem gegen Assad-Regime. Der Al-Qaida-Ableger kämpft allerdings auch gegen den IS.

13:18 Uhr: Papst: Anschläge von Paris „Teil“ des Dritten Weltkriegs: Papst Franziskus hat die Terroranschläge von Paris scharf verurteilt und den Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen. "Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten. Das ist nicht menschlich", sagte der Argentinier dem Sender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz am Samstag. Auf die Frage, ob damit der Dritte Weltkrieg in Stücken fortgesetzt werde, vor dem Franziskus bereits oft gewarnt hatte, sagte er: "Das ist ein Teil davon." Er sei bestürzt und bete für das französische Volk und die Familien der Opfer, ergänzte der Papst. In einem Telegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an den Erzbischof von Paris, Kardinal André Vingt-Trois, spricht der Papst den betroffenen Familien ebenfalls sein Mitgefühl aus. "Der Heilige Vater verurteilt erneut aufs Schärfste die Gewalt, die keine Probleme löst", heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Text. Der Pontifex nehme großen Anteil am Leid der betroffenen Familien und am Schmerz des französischen Volkes.

13:15 Uhr: SPD-Chef Gabriel: Der Anschlag galt uns allen: Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel hat nach den Terroranschlägen von Paris dem sozialistischen französischen Präsidenten François Hollande und seinen Behörden die Unterstützung Deutschlands versichert. "Der Anschlag galt uns allen", sagte Gabriel am Samstag in Berlin. "Viele in Deutschland fühlen in diesen Stunden mit der französischen Nation." Die Morde hätten "auf unsere Vorstellung von Freiheit und Sicherheit" gezielt, sagte der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister. Ein freier Staat sei immer verletzlich. "Trotzdem wollen wir ein offenes Land, eine offene Gesellschaft bleiben." Der Organisation "Islamischer Staat" müsse mit aller Macht entgegengetreten werden, sagte Gabriel: "Der IS trägt den Terror, den Krieg und den Gewalt in die Welt." Dies dürfe aber nicht zu einer Verallgemeinerung gegenüber allen Muslimen führen. Er forderte dazu auf, sich weiterhin vor die Flüchtlinge zu stellen, die aus islamischen Ländern in Deutschland Schutz und Sicherheit suchen.

13:03 Uhr: Muslime verurteilen "feigen und perfiden Massenmord": Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Anschläge von Paris als "feigen und perfiden Massenmord" verurteilt. "Diese Terroristen führen Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam", erklärte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek am Samstag in Köln. "Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs und trauern um die vielen Opfer und sind in Gedanken und Gebeten bei den Familienangehörigen." Die Terroristen erreichten ihr Ziel, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu säen, nicht, "wenn wir wachsam, entschlossen und vor allem gemeinsam handeln", erklärte Mazyek. Er appellierte an Medien und Politik, den Terroristen nicht "auf dem Leim zu gehen, indem ihre pseudo-religiösen Begründbarkeiten einfach unkritisch übernommen werden".

13:01: Französischer Politiker warnt vor Spaltung: Der französische Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon ruft dazu auf,  "nicht mit dem Finger auf eine Religion zu zeigen" und eine "Spaltung" zu verhindern.

12:40 Uhr: Der Sportjournalist und Fotograf Matze Koch hat eben getwittert:

12:55 Uhr: Menschen strömen in Paris zur Blutspende: Die Blutspendezentren im Großraum Paris sehen sich nach den tödlichen Angriffen einem Andrang von Spendewilligen gegenüber. 19 Zentren hätten am Samstagmorgen geöffnet und alle seien "überlaufen durch den Zustrom an Parisern und Touristen, die spontan gekommen sind, um Blut zu spenden", sagte Djamel Benomar vom französischen Blutspendedienst EFS der Nachrichtenagentur AFP.

12:35 Uhr: Brandenburger Tor soll in Farben der Trikolore leuchten: Nach der verheerenden Terrorserie in Paris soll das Brandenburger Tor in Berlin am Samstagabend in den französischen Nationalfarben leuchten. „Wir werden jetzt solidarisch sein mit unseren französischen Freunden“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Samstag auf dem Landesparteitag der Sozialdemokraten. Das Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt soll in den Trikolore-Farben Blau, Weiß und Rot angestrahlt werden.

12:15 Uhr: DFB sagt Programm für Sonntag ab: Der Deutsche Fußball-Bund hat die für Sonntag geplanten Aktivitäten in Hannover abgesagt. Dort soll die Weltmeister-Auswahl am Dienstag in einem weiteren Testländerspiel auf die Niederlande treffen. Ob das Spiel stattfindet, ist noch offen. Der DFB kündigte weitere Informationen im Laufe des Samstags an. Auf seiner Internetseite schrieb der Verband unter der Überschrift „#NousSommesUnis“ auf schwarzem Hintergrund: „Wir sind vereint: Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen von Paris.“ Ligapräsident und DFB-Interimschef Reinhard Rauball sprach sich jedoch gegen eine Absage der Partie gegen die Niederländer aus. „Es gibt noch keine Entscheidung, aber ich bin dafür, dass gespielt wird“, sagte Rauball der Deutschen Presse-Agentur und ergänzte: „Man darf denen, die uns das angetan haben, nicht den Triumph gönnen.“

12:30 Uhr: Putin ruft zu gemeinsamem "Kampf gegen den Teufel" auf: Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach den Anschlägen von Paris die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen "Kampf gegen den Teufel" aufgerufen. "Diese Tragödie ist ein erneuter Beweis für die Barbarei des Terrorismus, der eine Herausforderung für die menschliche Zivilisation ist", hieß es in einem am Samstag vom Kreml veröffentlichten Beileidstelegramm Putins an den französischen Präsidenten François Hollande. "Die internationale Gemeinschaft muss sich zu einem effektiven Kampf gegen den Teufel vereinen." Putin bot Frankreich Unterstützung bei den Ermittlungen an.

12:20 Uhr: DFB-Interimschef Rainer Koch gegen Absage des Spiels gegen Niederlande: Nach Ligapräsident Reinhard Rauball hat sich auch sein Kollege als DFB-Interimschef, Rainer Koch, für eine Austragung des Testländerspiels der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag gegen die Niederlande in Hannover ausgesprochen. "Natürlich haben wir bei allem die Vorgaben der Sicherheitsbehörden zu beachten. Grundsätzlich sehe ich den DFB und die Nationalmannschaft aber auch in der gesellschaftspolitischen Verantwortung, das klare Zeichen auszusenden, dass unser Rechtsstaat dem Terror nicht weichen darf", sagte Koch am Samstag nach der Rückkehr der DFB-Auswahl aus Paris. "Eine finale Entscheidung über die Austragung des Spiels werden wir morgen gemeinsam treffen", betonte Koch.

12:18 Uhr: Seehofer: Möglicher Komplize von Paris-Tätern in Bayern verhaftet: Fahnder der bayerischen Polizei haben bereits vor Tagen einen mutmaßlichen Komplizen der Attentäter von Paris verhaftet. "Wir haben eine Verhaftung im Wege der Schleierfahndung, wo es die begründete Annahme gibt, dass es möglicherweise mit der Sache zusammenhängt", sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer am Samstag am Rande eines Auftritts im sächsischen Neukieritzsch. Der Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts sagte, am Donnerstag vergangener Woche sei ein 51-jähriger Mann aus Montenegro auf der Autobahn festgenommen worden. In seinem VW-Golf seien acht Maschinenpistolen, ein Revolver und zwei weitere Pistolen gefunden worden. Der Bayerische Rundfunk berichtete zudem von Munition und einigen Kilogramm TNT-Sprengstoff, die im Fahrzeug versteckt gewesen seien.

12:13 Uhr: Terminal am Londoner Flughafen Gatwick evakuiert: Ein Terminal des Londoner Flughafens Gatwick ist am Samstagvormittag aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Dies teilte der Flughafen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Wegen eines Vorfalls wurde das Nordterminal als Vorsichtsmaßnahme evakuiert", hieß es. Der Sender BBC berichtete unter Berufung auf die Polizei von einem verdächtigen Paket.

12:01 Uhr: IS bekennt sich zu Pariser Anschlägen: Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung zu den Anschlägen von Paris bekannt. „Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats [...] griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an“, hieß es in einer im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. Es seien Sprengstoffgürtel und Maschinenpistolen eingesetzt worden. In dem Schreiben werden neue Drohungen ausgesprochen: Frankreich werde ganz oben auf der Liste der Ziele bleiben, heißt es darin. Zugleich wird indirekt auf die französischen Luftangriffe auf den IS verwiesen: Der Geruch des Todes werde ihre Nasen nicht verlassen, solange sie den Propheten beleidigten und Muslime im Land des Kalifats angriffen. Bei der Serie von Attentaten waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 128 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. In Frankreich hatte ein Attentäter kurz nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar eine Polizistin sowie vier Juden getötet - in einem Internetvideo hatte er dem Anführer des Islamischer Staates, Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid geschworen. Sollten die Angriffe in Paris tatsächlich auf das Konto des Islamischen Staates gehen, wäre dies die erste koordinierte Attacke der Terrormiliz in der westlichen Welt.

Ein visueller Kommentar des Berliner Künstlers Raban Ruddigkeit zu den Anschlägen von Paris. Bitte teilen.

11:59: Gauck: Wir trauen mit Frankreich: Bundespräsident Joachim Gauck hat Frankreich nach den Attentaten von Paris seine tiefe Anteilnahme ausgesprochen und zugleich an die Verteidigungsbereitschaft der Demokratien appelliert. "Europa hat eine Nacht des Schreckens erlebt", sagte das deutsche Staatsoberhaupt am Samstag in Berlin. Frankreichs Herz sei das Ziel von Menschenfeinden geworden. "Diese Trauer macht am Rhein nicht halt, sie hat uns alle erfasst", sagte Gauck. "Selten habe ich so eine Nähe zu unseren französischen Nachbarn empfunden wie in dieser Nacht."

Unzählige Deutsche seien in tiefem Schmerz mit den Menschen in Frankreich verbunden. "Wir Deutsche trauern mit den Familien der Getöteten, wir trauen mit Frankreich." Aber auch bei der Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft im Kampf gegen den Terrorismus "stehen wir an der Seite Frankreichs", sagte der Bundespräsident und betonte: "Aber die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben, diese Nacht wird nicht das letzte Wort haben." Gemeinsam müssten die Werte verteidigt werden, die von Frankreich aus nach Europa ausgegangen seien: "Liberté, Égalité, Fraternité", sagte Gauck. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren die Ziele der Französischen Revolution 1789 und sind bis heute das Bekenntnis der französischen Republik.

11:18 Uhr: DFB sagt Programm für Sonntag ab: Der Deutsche Fußball-Bund hat die für Sonntag geplanten Aktivitäten in Hannover abgesagt. Dort soll die Weltmeister-Auswahl am Dienstag in einem weiteren Testländerspiel auf die Niederlande treffen. Ob das Spiel stattfindet, ist noch offen. Der DFB kündigte weitere Informationen im Laufe des Samstags an. Auf seiner Internetseite schrieb der Verband unter der Überschrift „#NousSommesUnis“ auf schwarzem Hintergrund: "Wir sind vereint: Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen von Paris." Ligapräsident und DFB-Interimschef Reinhard Rauball sprach sich jedoch gegen eine Absage der Partie gegen die Niederländer aus. "Es gibt noch keine Entscheidung, aber ich bin dafür, dass gespielt wird", sagte Rauball der Deutschen Presse-Agentur und ergänzte: "Man darf denen, die uns das angetan haben, nicht den Triumph gönnen."

11:15 Uhr: Hollande: Drei Tage Staatstrauer in Frankreich: Nach den beispiellosen Terroranschlägen von Paris mit mehr als 120 Toten wird ganz Frankreich mehrere Tage Trauer tragen. "Ich habe ein Dekret erlassen, um drei Tage Staatstrauer anzuordnen", sagte Präsident François Hollande am Samstagvormittag nach einer Sitzung seines Sicherheitskabinetts im Élyseepalast in Paris. Daran nahmen neben den Ministern auch die ranghöchsten Vertreter der Sicherheitsbehörden teil. Bei den Anschlägen waren am Abend zuvor nach neuesten Erkenntnissen mindestens 128 Menschen getötet worden. Sie ereigneten sich nur zehn Monate nach dem Attentat auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris.

11:10 Uhr: Seehofer und Tillich fordern schärfere Sicherheitsmaßnahmen: Nach den Anschlägen von Paris fordern Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) schärfere Sicherheitsmaßnahmen auch in Deutschland. Neben der Sicherung der EU-Außengrenzen müsse auch über durchgehende Kontrollen an den deutschen Grenzen nachgedacht werden, sagte Seehofer am Samstag beim Landesparteitag der sächsischen CDU in Neukieritzsch. "Wir müssen wissen, wer bei uns ist und wer durch unser Land fährt." Tillich sprach sich ebenfalls für Kontrollen aus. "Eine faktisch längere unkontrollierte Einreise darf es nicht länger geben", sagte er.

Französische Polizisten am Bahnhof Gare du Nord am Morgen nach der Serie von Anschlägen in Paris.
Französische Polizisten am Bahnhof Gare du Nord am Morgen nach der Serie von Anschlägen in Paris.Foto: REUTERS

11:02: IS veröffentlicht Video mit Aufruf zu Anschlägen in Frankreich: Die Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) hat am Samstag ein Video veröffentlicht, in dem zu Anschlägen in Frankreich aufgerufen wird. In der Aufzeichnung ist ein bärtiger, arabisch sprechender Mann zu sehen, der französische Muslime auffordert, Anschläge zu verüben. "Solange ihr uns weiter bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben können", sagte der Mann mit Verweis auf französische Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. "Ihr werdet sogar Angst haben, auf einen Markt zu gehen." Das Video wurde vom Sprachrohr der Islamisten, dem Al-Hayat-Medien-Zentrum, veröffentlicht. Die Aufzeichnung selbst war nicht datiert.

11:00 Uhr: "IS-Kriegsakt": Frankreichs Staatschef François Hollande hat die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) für die Anschlagsserie von Paris verantwortlich gemacht. Die Anschläge mit fast 130 Todesopfern seien ein "Kriegsakt" einer "terroristischen Armee, dem IS", sagte Hollande am Samstag in Paris. Die Anschläge seien "von außen" geplant und organisiert und mit Komplizen "im Inneren" verübt worden.

10:55 Uhr: Großes Interesse an Berichterstattung: Die Gewaltakte rücken auch im deutschen Fernsehen alles andere in den Hintergrund. Das Länderspiel sahen zunächst ab 21 Uhr 8,78 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil betrug 28,5 Prozent. Die "Tagesthemen" in der Halbzeitpause, die bereits die Terrorakte thematisierten, verfolgten ab 21.50 Uhr 7,06 Millionen (22,3 Prozent). Die "Tagesschau extra"-Ausgaben hatten um 23 Uhr 9,14 Millionen (34,7 Prozent), um 23.35 Uhr 6,16 Millionen (29,3 Prozent) und kurz nach Mitternacht 3,25 Millionen (28,7 Prozent). Im ZDF hatte das späte "heute-journal" um 23.07 Uhr mit 3,44 Millionen Zuschauern (15,9 Prozent) noch recht ordentlichen Zuspruch. Der zur RTL-Gruppe gehörende Nachrichtensender n-tv verbuchte ab 22.50 Uhr mit der Berichterstattung aus Paris über einen Zeitraum von drei Stunden durchschnittlich 590 000 Zuschauer.


10:50 Uhr: Maas: Wir weichen nicht zurück. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat die Anschläge als "barbarische und feige Attacken" verurteilt. "Das ist ein Anschlag auf die freiheitliche Demokratie", sagte Maas am Samstag in Berlin. "Wir stehen alle an der Seite unserer französischen Freunde." Demokratie und Freiheit seien stärker als jeder Terror. "Wir weichen nicht zurück", betonte der Minister. Er bekundete tiefe Trauer für die Familien und Freunde der Opfer.

10:40 Uhr: Krisentreffen im Kanzleramt: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei einem Krisentreffen mit ihren zuständigen Ministern über mögliche Konsequenzen beraten. Nach dpa-Informationen ist die Sitzung für 13.00 Uhr im Kanzleramt angesetzt. Daran sollen unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) teilnehmen. Gabriel sagte einen Redeauftritt bei einem SPD-Landesparteitag in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) ab, um nach Berlin zu kommen. Er gibt am Mittag um 12.30 Uhr in der Berlin Parteizentrale ein Statement ab. De Maizière will am Samstag zudem mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten beraten. Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium auf Anfrage mit. Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich am Samstagvormittag (11.30) in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue. Gegen 12.00 Uhr will sich das Staatsoberhaupt in der französischen Botschaft in Berlin in das dort ausgelegte Kondolenzbuch eintragen. Bereits in der Nacht hatte sich Gauck "tief erschüttert" gezeigt über die Attentate, bei denen nach neuesten Angaben mindestens 128 Menschen starben. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk."

10:35 Uhr: Disneyland geschlossen: Das Disneyland Paris bleibt an diesem Samstag geschlossen. Der Vergnügungspark teilte auf seiner Homepage mit, dass diese Entscheidung aus Solidarität mit den Opfern der Anschläge vom Freitagabend getroffen worden sei. "Unsere Gedanken und Gebete gelten allen, die von diesen schrecklichen Ereignissen betroffen sind", hieß es. Bei der Serie von Terrorattacken wurden nach jüngsten Erkenntnissen mindestens 128 Menschen getötet. Das Disneyland liegt etwa 40 Kilometer östlich von Paris entfernt.

10.30 Uhr: Uefa geschockt: Die Europäische Fußball-Union hat dem Gastgeberland der EM 2016 nach den Terroranschlägen Unterstützung und Solidarität zugesagt. "Die Uefa ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken", teilte der Dachverband am Samstagmorgen in einer schriftlichen Stellungnahme mit.


10: 25 Uhr: Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft: Die Polizei ist nach Angaben des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Dies gelte unter anderem für den Schutz französischer Behörden und die Grenze zu Frankreich, sagte der rheinland-pfälzische Ressortchef am Samstag in Ludwigshafen. Er sieht für Deutschland keine akute Gefahr: "Wir haben keine konkreten Hinweise." Für Samstag sei voraussichtlich noch eine Telefonschalte der Innenminister geplant.

10:20 Uhr: Arabische Regierungen verurteilen Terror: Regierungen der arabischen Welt haben die Terroranschläge verurteilt. "Ägypten betont seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, der keine Grenzen oder Religion kennt", sagte der Präsident des bevölkerungsreichsten arabischen Landes Ägypten, Abdel Fattah al-Sisi, am Samstag. Das Außenministerium von Saudi-Arabien forderte, den Anti-Terror-Einsatz zu verdoppeln. Ein Regierungssprecher Jordaniens sagte, das Königreich stehe an der Seite der Franzosen "gegen diese blutigen und mutwilligen Akte der Aggression". Auch der Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah, sprach Frankreich in einem Telegramm sein Beileid aus.

10.05 Uhr: DFB-Elf in Frankfurt gelandet: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach einem knapp einstündigen Flug wieder zurück in Deutschland. Um kurz vor zehn Uhr landete die Delegation mit Bundestrainer Joachim Löw und der DFB-Auswahl am Samstag wohlbehalten in Frankfurt am Main. Die Spieler reisten anschließend in ihre Heimatorte weiter. Eine Entscheidung darüber, ob das nächste Testländerspiel am Dienstag in Hannover gegen die Niederlande stattfindet, stand noch aus.

9:55 Uhr: Am Donnerstag offenbar möglicher Attentäter bei Rosenheim gefasst: Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, haben Fahnder der Rosenheimer Polizei am Donnerstag einen aus Montenegro stammenden Mann festgenommen, der vermutlich zum Kreis der Attentäter von Paris gehört. In seinem Auto entdeckten die Beamten mehrere Pistolen, Revolver, Munition, Maschinenpistolen sowie einige Kilogramm TNT-Sprengstoff. Der Mann war dem Bericht zufolge mit seinem Pkw auf der Autobahn Salzburg-München bei Bad Feilnbach von den Schleierfahndern kontrolliert worden. Bei der genauen Durchsicht seines Pkw stellten die Polizisten ein professionell verbautes Versteck fest. Darin befanden sich mehrere Pistolen, Revolver, Munition, Maschinenpistolen sowie einige Kilogramm TNT-Sprengstoff. Der Mann wurde daraufhin festgenommen. Aus den bei ihm sichergestellten Unterlagen ergeben sich - wie Ermittlerkreise berichteten - erhebliche Anzeichen dafür, dass der Mann sich auf dem Weg nach Paris befand. Offiziell bestätigen wollte dies ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes allerdings nicht.

9:53 Uhr: Zahl der Toten nach Terrorserie steigt auf mindestens 127: Bei den Terrorattacken in Paris sind nach neuesten Erkenntnissen mindestens 127 Menschen getötet worden. Etwa 180 wurden verletzt, 80 davon lebensgefährlich, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Samstag unter Berufung auf Polizeiquellen.

9:50 Uhr: Empfehlungen für Fußballfans nach dem Länderspiel in Paris: Der Deutsche Fußball-Bund veröffentlicht über Twitter Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Fußballfans in Paris.

9:37 Uhr: Paris lässt nahezu alle Einrichtung am Samstag geschlossen: In Paris bleiben nach der Anschlagsserie praktisch alle Einrichtungen der Stadt am Samstag geschlossen. Das teilte die Hauptstadt Frankreichs auf ihrer Homepage mit. Betroffen sind unter anderem Museen, Bibliotheken, Sporthallen oder auch Schwimmbäder.

9:20 Uhr: De Maizière kommt zu Sicherheitsberatungen nach Berlin: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am Samstag mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten in Paris beraten. Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium am Samstag in Berlin auf Anfrage mit. Das Ministerium ordnete bundesweite Trauerbeflaggung der obersten Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche sowie der Behörden des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, an. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach der abscheulichen Anschlagsserie in Paris.

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