Terrorgefahr : BKA-Chef warnt vor Radikalisierung von Flüchtlingen

„Der IS ist sehr anpassungsfähig“, warnt der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch. Man spüre den Niedergangs des IS-Kalifats in Syrien und im Irak - aber es gebe nach wie vor ein Netzwerk zur Anleitung von Anschlägen.

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch.
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch.Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sieht die Gefahr durch den radikalen Islamismus in Deutschland noch lange nicht gebannt. „Der IS ist sehr anpassungsfähig“, warnte Münch am Dienstag zum Auftakt des Europäischen Polizeikongresses in Berlin. Man merke aufgrund des Niedergangs des IS-Kalifats in Syrien und im Irak kaum noch die Propaganda der Terrormiliz, aber es gebe nach wie vor ein Netzwerk zur Anleitung von Anschlägen. Es gebe rund 750 Gefährder in Deutschland. 970 Menschen seien aus Deutschland in das Kalifat gereist, manche kehrten zurück. Es gebe zudem ein erhöhtes Radikalisierungsrisiko unter Flüchtlingen. Eine Entspannung der Lage sei nicht absehbar. Münch forderte für den Kampf gegen den islamistischen Terror einen einheitlichen Rechtsrahmen in den Polizeigesetzen der Länder und ein einheitliches Informationsmanagement, ein „Datenhaus der Polizei“. (dpa)

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