• Tom Steyer wird Präsidentschaftsbewerber: Ein linker Milliardär will Donald Trump besiegen

Tom Steyer wird Präsidentschaftsbewerber : Ein linker Milliardär will Donald Trump besiegen

Der Milliardär Tom Steyer will nun doch US-Präsident werden. Der Sohn eines ehemaligen Anklägers von Nürnberg hat ein großes Ziel: Trump aus dem Amt zu entfernen.

Noch einer: Auch der Milliardär Tom Steyer will Donald Trump herausfordern.
Noch einer: Auch der Milliardär Tom Steyer will Donald Trump herausfordern.Foto: Josh Edelson/AFP

Übersichtlicher wird es nicht. Kaum hat mit Eric Swalwell der erste Kandidat im rappelvollen Feld der US-demokratischen Präsidentschaftsbewerber aufgegeben, steht schon der nächste bereit. Auch der Milliardär und Umweltschützer Tom Steyer aus San Francisco hat nun offiziell angekündigt, im kommenden Jahr Präsident Donald Trump herausfordern zu wollen. Im Januar hatte der 62-Jährige noch erklärt, keine Kandidatur anzustreben.

Aber Steyer hat ein großes Ziel, und das lautet: Trump mittels Impeachment aus dem Amt zu entfernen. Dafür tourt er seit Monaten durchs Land und versucht, Druck auf die demokratische Parteiführung zu machen. Da die sich, und hier vor allem die demokratische Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, derzeit aber noch dagegen sperrt, erhofft er sich wohl einen kräftigen Schub durch seine Kandidatur - allerdings erwähnte er ausgerechnet dieses Thema bei seiner Ankündigung nicht.

"Mein Name ist Tom Steyer, und ich kandidiere für die Präsidentschaft", erklärte der ehemalige Hedgefondsmanager in einem Video auf seiner Kampagnen-Seite, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Er trete an, um gegen die Korruption großer Konzerne zu kämpfen, die die Demokratie beschädige. Die Macht müsse an das Volk zurückgegeben, die soziale Ungerechtigkeit beseitigt werden. Seine Kampagne werde sich auf zwei große Themen konzentrieren: auf die Reparatur des politischen Systems und den Klimawandel. Das Wort "Impeachment" fällt nicht.

Andere Kandidaten machen seit Monaten Wahlkampf

Der Zeitpunkt seiner Ankündigung könnte für Steyer aber zum Nachteil werden. Die anderen rund zwei Dutzend Kandidaten machen bereits seit Monaten Wahlkampf, darunter sehr bekannte Bewerber wie Ex-Vizepräsident Joe Biden sowie die Senatorinnen Elizabeth Warren und Kamala Harris. Auch die Umfrage-Kriterien für die nächsten großen Fernsehdebatten Ende Juli wird er kaum erfüllen. Anders sieht es dagegen bei den Finanzen aus.

Steyer scheint bereit, einen beträchtlichen Teil seines eigenen Vermögens für den Wahlkampf einzusetzen. Dieses Geld und seine ganze Energie wollte er ursprünglich ausschließlich für seine 2017 gegründete Bewegung "Need to Impeach" einsetzen. Bereits im Kongresswahlkampf 2018 unterstützte er großzügig solche Kandidaten, die sich für ein Amtsenthebungsverfahren beziehungsweise für den Kampf gegen den Klimawandel aussprachen.

Nun hat Steyer seine Meinung geändert. Der Mann im Weißen Haus und die politischen Verhältnisse in seinem Land lassen ihm offenbar keine Ruhe.

Zur Begründung seiner Ambitionen verweist er auch auf die eigene Familiengeschichte: Steyers Vater trat wegen Pearl Harbour in die Navy ein und war Ankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Seinem Vater sei klar gewesen, dass man seine Pflicht zu erfüllen habe, sagte Steyer in seinem Ankündigungsvideo. Er selbst sieht sich auch wegen seines wirtschaftlichen Erfolgs in der Pflicht: Zusammen mit seiner Ehefrau Kathryn Taylor hat er sich der Initiative "The Giving Pledge" angeschlossen und zugesagt, zu Lebzeiten die Hälfte seines Vermögens für das Gemeinwohl zu spenden. Laut dem Magazin "Forbes" verfügt er über 1,6 Milliarden Dollar.

Für seine Kandidatur legt Steyer seine Führungsrolle bei "Need to Impeach" und der Klimaschutzinitiative "NextGen America" nieder. Dafür hat er zugesagt, in den nächsten beiden Jahren 50 Millionen Dollar an die zwei Organisationen zu spenden.

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