Die Piraten: von "Spaßpartei" zu einer politisch ernst zu nehmenden Partei?

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Transparenz-Probleme : Piraten suchen nach dem Durchblick

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Mobbing-Vorwürfe, aber auch rassistische oder sexistische Ausfälle in Blogs zu lesen. Zwei Landeschefs haben die Berliner Piraten in diesem Jahr schon verschlissen. Im September soll ein neuer Vorsitzender gewählt werden, und im August will die Fraktion mit dem Landesverband eine Strategiekonferenz veranstalten, um künftig inhaltlich besser zu arbeiten. Und das geht nicht ohne „Liquid Feedback“, ohne den Austausch mit der Basis, wie Martin Delius betont. Der 28-jährige Softwareentwickler war bis vor kurzem parlamentarischer Geschäftsführer der Piratenfraktion und ist designierter Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum BER-Flughafen. Zwar würde er sich wünschen, dass sich die Partei auch mit tagesaktuellen Themen beschäftigt. „Aber wir sind noch keine fertige Partei, sondern leisten Aufbauarbeit auch inhaltlicher Art.“ Als Mandatsträger müsse er Mittel und Wege finden, seine Arbeitsweise mit dem Anspruch auf Transparenz und Partizipation zusammenzubringen. Als künftiger Ausschussvorsitzender plant Delius eine Internet-Plattform, auf der nicht unter Verschluss gehaltene Dokumente veröffentlicht werden oder erklärt wird, warum bestimmte Unterlagen nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Pannen der Piraten:

Die Pannen der Berliner Piraten
Mit 8,9 Prozent der Stimmen wurden die Piraten in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt - ein Sensationserfolg. Doch davor und danach machten die Neulinge auch mit vielen Pannen von sich reden. Wir zeigen, was alles geschah.Weitere Bilder anzeigen
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23.04.2012 08:32Mit 8,9 Prozent der Stimmen wurden die Piraten in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt - ein Sensationserfolg. Doch davor und...

Werden die Piraten den Sprung von der „Spaßpartei“ zu einer politisch ernst zu nehmenden Partei schaffen? „Das ist momentan offen“, sagt Niedermayer. „Die Piraten müssen eine Reihe von Problemen in den nächsten Monaten in den Griff kriegen.“ Sogenannte „Anfängerfehler“ werde man ihnen auch in den anderen Landesparlamenten nicht mehr lange verzeihen. „Professionalisierungseffekte“ sieht dagegen Christoph Bieber in der Partei, die es erst seit drei Jahren in Deutschland gibt. Die Piraten würden sich organisatorisch weiterentwickeln, Inhalte wie Wahlprogramme erarbeiten und über die Definition von Transparenz diskutieren.

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