• Treffen der Unionsfraktionen: Unions-Politiker fordern „Wertekunde-Unterricht“ für Flüchtlinge

Treffen der Unionsfraktionen : Unions-Politiker fordern „Wertekunde-Unterricht“ für Flüchtlinge

„Rechtsstaatsklassen“ oder „Wertekunde-Unterricht“: Die Fraktionschefs der Union in Bund und Ländern setzen sich für neue Unterrichtsinhalte für Flüchtlinge ein.

Flüchtlingsmädchen in der Sprachlernklasse in einer Schule in Hannover
Flüchtlingsmädchen in der Sprachlernklasse in einer Schule in HannoverFoto: DPA/Peter Steffen

Die Chefs der Unionsfraktionen von Bund und Ländern wollen für Kinder von Flüchtlingen „Rechtsstaatsklassen“ beziehungsweise einen „Wertekunde-Unterricht“ bundesweit an Schulen einführen. Das geht der „Rheinischen Post“ zufolge aus einem Beschlussentwurf hervor, der auf der Konferenz der Unionsfraktionschefs in Frankfurt am Main verabschiedet werden soll.

„Die Integration derer, die in Deutschland bleiben können, hat – nicht zuletzt zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens – Priorität. Dazu gehört über den notwendigen Willen zum Spracherwerb hinaus auch die bundesweite Einführung von Rechtsstaatsklassen bzw. Wertekundeunterricht, um Flüchtlingen die Werte und Grundregeln unseres Rechtsstaates zu vermitteln“, heißt es in dem Papier der Fraktionschefs. Sprach- und Wertevermittlung sollten der „Regelbeschulung“ vorgeschaltet sein.

Ziel dieses Unterrichts sei es, „dass Flüchtlinge sich in unserem Werte-/Rechtsstaatssystem besser zurechtfinden können und ihnen gleichzeitig die Grenzen und Verpflichtungen unseres Rechtsstaates vermittelt werden“, heißt es in dem Entwurf demnach weiter.

Konstitutionelle Normen des Grundgesetzes wie die Achtung der Menschenwürde, die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die Gewährleistung der Presse- und Meinungsfreiheit, das Gewaltmonopol des Staates und die Gleichberechtigung von Mann und Frau stünden „als unverzichtbare Werte über kulturell oder religiös abweichenden Auffassungen“.

Die Fraktionschefs von Bund und Ländern schließen sich damit Plänen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. (KNA)

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