Treffen noch im September möglich : Nordkorea bereit zu neuen Gesprächen mit den USA

Nordkorea will Bewegung bringen in die stockenden Verhandlungen über sein Atomprogramm. Allerdings stellt das Land Bedingungen an die USA.

Donald Trump und Kim Jong Un beim Handschlag in Singapur im Juni 2018
Donald Trump und Kim Jong Un beim Handschlag in Singapur im Juni 2018Foto: Reuters/Jonathan Ernst

Nordkorea erklärt sich unter Bedingungen wieder zu neuen Gesprächen mit den USA über die Abrüstung seines Atomwaffenprogramms bereit. Die nordkoreanische Vize-Außenministerin Choe Son Hui machte am Montag in einer Erklärung deutlich, dass ihre Regierung weiterhin von Washington neue Vorschläge erwarte, die Pjöngjang zufrieden stellen müssten. Sollte die US-Seite wieder „mit dem ausgedienten Szenario herumspielen“, könne dies das Ende der Beziehungen bedeuten, wurde Choe von den staatlichen Medien zitiert. US-Präsident Donald Trump nannte die Botschaft aus Pjöngjang „interessant“, ließ aber zunächst offen, ob es bald zu einem Treffen kommen könnte.

Laut Choes Angebot könnten Arbeitsgespräche Ende dieses Monats stattfinden. Ihr Land sei zu Gesprächen über alle Probleme bereit, über die beide Seiten bisher diskutiert hätten, hieß es. Auf Ort und Zeit könnten sich beide Länder noch einigen. Ihre Regierung habe den USA genug Zeit gegeben, um neue Vorschläge auszuarbeiten.

Trump sagte am Montagnachmittag (Ortszeit), er habe gerade erst von der Botschaft der nordkoreanischen Regierung gehört. „Wir werden sehen, was passiert.“ Auf die Frage, ob die USA ein baldiges Treffen wollten, ging er nicht direkt ein. Er sagte aber generell: „Sich zu treffen, ist etwas Gutes, nichts Schlechtes.“ Er betonte auch, er habe eine sehr gute Beziehung zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Die beiden hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen an der innerkoreanischen Grenze Verhandlungen auf Arbeitsebene vereinbart. Die Gespräche kamen aber bisher nicht zustande.

Nordkorea wirft den USA Einseitigkeit vor

Im Februar war ein Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump in Vietnam gescheitert. Beide konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung durch die kommunistische Führung in Pjöngjang und bei den Gegenleistungen der USA nicht einigen.

Noch am Sonntag hatte US-Außenminister Mike Pompeo in einem Interview mit dem Sender ABC betont, seine Regierung hoffe, mit den Nordkoreanern „in den kommenden Tagen oder vielleicht Wochen“ wieder an einem Verhandlungstisch zu sitzen.

Choe spielte jetzt auf die Bedingungen an, die Kim Jong Un einige Wochen nach dem gescheiterten Gipfel im Februar gestellt hatte. Kim hatte den USA bis Ende dieses Jahres eine Frist gesetzt, um eine „mutige Entscheidung“ zu treffen. Die USA müssten eine neue Kalkulation vorlegen. Pjöngjang wirft Washington vor, einseitig seine Abrüstungsforderungen durchsetzen zu wollen.

Nordkorea leidet unter harten Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA. Die US-Regierung will die Sanktionen jedoch beibehalten, solange das mit dem nordkoreanischen Atomprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist. Zuletzt hatte Nordkorea auch wieder eine Reihe von Raketen, darunter auch ballistische Kurzstreckenraketen, getestet. Anlass waren gemeinsame Militärmanöver der USA mit Südkorea. (dpa)

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