Treffen von Trump und Kim : USA rechnen mit Nordkorea-Gipfel am 12. Juni

US-Außenminister Mike Pompeo ist zu Gesprächen in Nordkorea. Derweil besucht der russische Außenminister Kim Jong Un und lädt diesen nach Moskau ein.

US-Außenminister Mike Pompeo (li.) stößt an mit Kim Yong Chol (re.), Parteifunktionär und früherer Geheimdienstchef von Nordkorea.
US-Außenminister Mike Pompeo (li.) stößt an mit Kim Yong Chol (re.), Parteifunktionär und früherer Geheimdienstchef von Nordkorea.Foto: dpa

Die US-Regierung geht nach eigenen Angaben von einem Gipfeltreffen zwischen Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Mitte Juni aus. Die Gespräche zwischen Vertretern beider Seiten liefen gut, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. "Wir peilen weiter den 12. Juni an." Außenminister Mike Pompeo setzt am Donnerstag seine Gespräche mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei, Kim Yong Chol, fort. Beide hatten sich am Mittwoch zu einem Abendessen getroffen. Über Inhalte wurde nichts bekannt. Kim Yong Chol ist der ranghöchste nordkoreanische Politiker, der sich seit dem Jahr 2000 mit US-Regierungsvertretern trifft. Damals war der Vizemarschall der nordkoreanischen Armee und ranghohe Parteifunktionär Jo Myong Rok von US-Präsident Bill Clinton empfangen worden.

Sergej Lawrow (re.), Außenminister von Russland, schüttelt die Hand von Kim Jong Un d eines Treffens.
Sergej Lawrow (re.), Außenminister von Russland, schüttelt die Hand von Kim Jong Un d eines Treffens.Foto: Valery Sharifulin/dpa

Trump hatte das für den 12. Juni geplante Treffen in Singapur zunächst abgesagt, einen Tag später jedoch erklärt, womöglich könne der Gipfel doch stattfinden. Hauptstreitpunkt ist das Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas. Die USA fordern eine komplette, nachprüfbare und unumkehrbare Vernichtung dieser Waffen. Nordkorea lehnt dies nicht rigoros ab, fordert aber Sicherheitsgarantien und den Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Diese Auseinandersetzung berührt mehrere Staaten der Region. Neben Nord- und Südkorea sind dies China, Russland, Japan und die USA. Kim Yong Chol reiste Medienberichten zufolge erst nach China, bevor er zu den Treffen mit Pompeo nach New York weiterflog. Trump will sich vor einem Treffen mit Kim Jong Un mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe abstimmen.

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang überbrachte am Donnerstag Russlands Außenminister Sergej Lawrow die besten Wünsche von Präsident Wladimir Putin. Lawrow habe die Annäherung Nord- und Südkoreas gewürdigt und Machthaber Kim nach Russland eingeladen, erklärte das Außenministerium in Moskau. Lawrow lud Kim gleichzeitig nach Russland ein. Die russische Regierung unterstütze Fortschritt und Frieden auf der koreanischen Halbinsel und schätze die jüngste Annäherung Nord- und Südkoreas sehr hoch ein, erklärte das Außenministerium in Moskau. (Reuters)

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Russland lädt Kim Jong Un nach Moskau ein
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