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"Trident Juncture" in Norwegen : Größtes Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges

50.000 Soldaten trainieren zwei Wochen lang. Ziel ist auch, ein Abschreckungssignal an Russland zu senden. Der Einsatz der Bundeswehr kostet 90 Millionen Euro.

Fahrzeuge einer Patriot-Kampfstaffel verlassen ein Amphibienfahrzeug der Bundeswehr.
Fahrzeuge einer Patriot-Kampfstaffel verlassen ein Amphibienfahrzeug der Bundeswehr.Foto: Kevin Schrief/Bundeswehr/dpa

Die Nato hat in der Nacht zum Donnerstag ihr größtes Manöver seit Ende des Kalten Krieges gestartet. Nach Angaben einer Bündnissprecherin übernahm der zuständige US-Admiral James G. Foggo um 0.01 Uhr das Kommando über die rund 50.000 beteiligten Soldaten. Sie werden nun zwei Wochen lang in Norwegen sowie in den umliegenden Luft- und Seegebieten gemeinsam trainieren. Neben den Soldaten sind auch rund 10.000 Fahrzeuge sowie mehr als 300 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Schiffe mit dabei.

Die Beteiligung der Bundeswehr an "Trident Juncture" ("Dreizack Verbindung") wird die deutschen Steuerzahler 90 Millionen Euro kosten. Gut die Hälfte fließt ins Gastgeberland, wo unter anderem für Verpflegung und Feldlager bezahlt werden muss. Der Rest ist für den Hin- und Rücktransport von Personal und Material eingeplant.

Grafik: Gitta Pieper-Meyer

Mit dem Manöver will die Nato ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden senden und für den Bündnisfall trainieren. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten die anderen Alliierten Beistand leisten. Deutschland beteiligt sich mit 10.000 Soldaten, 8000 davon werden in Norwegen sein. Die Bundeswehr ist damit nach den USA zweitgrößter Truppensteller.

Deutschland führt Nato-Eingreiftruppe

Dass die Bundeswehr so stark beteiligt ist, liegt vor allem daran, dass sie ab 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll. Die VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist ebenfalls ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland, der seit 2014 wieder starke Aufmerksamkeit gewidmet wird. Damals hatte Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt und offensiv damit begonnen, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Vor einem Monat probte Russland in einer Militärübung an der Grenze zu China den Einsatz von 300.000 Soldaten.

Die Nato und Russland liegen auch in anderen Punkten über Kreuz. Zusammen mit den USA wirft sie Russland Verstöße gegen den Abrüstungsvertrag für Mittelstreckenwaffen (INF) vor. Das sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch am Nato-Sitz in Brüssel. Es war das erste Mal, dass er sich zu dem Streit über das 1987 noch zwischen der Sowjetunion und den USA geschlossene Abkommen äußerte. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende den Ausstieg aus dem Vertrag angekündigt.

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Nato startet größtes Manöver seit dem Kalten Krieg
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In der ersten Runde des Nato-Manövers werden nach Bündnisangaben von Ländern wie Deutschland, Italien und Großbritannien gebildete "südliche Kräfte" einen Angriff von "nördlichen Kräften" abwehren. Letztere sollen unter anderem aus Truppen der USA, Kanadas und Norwegens bestehen. In der zweiten Runde sieht das Szenario dann einen Gegenangriff der "südlichen Kräfte" auf die "nördlichen Kräfte" vor. Neben allen 29 Nato-Staaten beteiligen sich auch die Partnerländer Schweden und Finnland an dem Manöver. (dpa, AFP)

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