Trotz angespannter Sicherheitslage : Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Ein Flugzeug mit 31 aus Deutschland abgeschobenen Menschen ist in Afghanistans Hauptstadt gelandet. Die fortgesetzten Abschiebungen sind umstritten.

Afghanen kommen am Flughafen in Kabul an. (Archivbild)
Afghanen kommen am Flughafen in Kabul an. (Archivbild)Foto: Mohammad Jawad/dpa

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Flug aus Deutschland mit abgeschobenen Menschen eingetroffen. Beamte am Flughafen teilten mit, die Maschine sei mit 31 abgeschobenen Afghanen an Bord um 9 Uhr Ortszeit gelandet.

Es war die 27. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Bei den bisherigen 26 Abschiebungen hatten Bund und Länder 645 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Kritiker weisen darauf hin, dass die Sicherheitslage weiter angespannt ist.

Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fordert täglich Opfer. Zuletzt war die Anzahl der zivilen Opfer wieder gestiegen. Im Juli wurden nach UN-Angaben mehr als 1500 Zivilisten verwundet oder getötet. Dies sei die höchste Monatszahl seit Mai 2017. Somit wurden allein im Juli fast halb so viele zivile Opfer verzeichnet wie im gesamten ersten Halbjahr 2019.

Im Bemühen, den Konflikt politisch zu lösen, gab es bisher mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Beide Seiten zeigten sich jüngst optimistisch, bald ein Abkommen erzielen zu können. Dieses würde in der Folge zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen. (dpa)

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