Trump und die Russland-Affäre : Was der Prozess gegen Trumps Wahlkampfmanager zeigt

An diesem Dienstag beginnt der Prozess gegen Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager. Paul Manafort steht für den ganzen Wahnsinn des Phänomens Trump. Ein Kommentar.

Der ehemalige Leiter von Donald Trumps Wahlkampfteam, Paul Manafort, muss sich ab Ende Juli 2018 vor Gericht verantworten (Archivfoto von Februar 2018).
Der ehemalige Leiter von Donald Trumps Wahlkampfteam, Paul Manafort, muss sich ab Ende Juli 2018 vor Gericht verantworten...Foto: REUTERS/Yuri Gripas

Am Dienstag beginnt in den USA das erste Gerichtsverfahren, das aus den Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller hervorgeht. Mueller prüft, welche Verbindungen es zwischen dem Wahlkampfteam Donald Trumps und Russland gegeben hat. Der Prozess wird geführt gegen Paul Manafort, der 2016 für fünf Monate einer der Wahlkampfmanager Trumps war. In dem Verfahren geht es nicht direkt um Manaforts Russland-Kontakte. Manafort muss sich unter anderem wegen Steuerbetrugs verantworten. Er hatte den ukrainischen Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch beraten, bis dieser im Zuge der Maidan-Proteste 2014 abgesetzt wurde. Er soll laut Anklage auch ehemalige europäische Politiker bezahlt haben, um die Sache von Janukowitsch zu vertreten. Die Millionenhonorare soll Manafort über Offshore-Konten gewaschen haben.

Dass der Prozess gegen Paul Manafort zum Sturz Donald Trumps führen wird, ist unwahrscheinlich

Manafort droht eine lebenslange Haftstrafe. Mueller hofft wohl darauf, dass der Wahlkampfmanager deshalb kooperiert. Sein Geschäftspartner Rick Gates arbeitet bereits mit Mueller zusammen. Manafort dürfte wertvolle Informationen haben. Er nahm etwa an jenem Treffen teil, dass zunehmend ins Zentrum der Ermittlungen rückt: Im Juni 2016 trafen sich Donald Trumps Sohn Donald Trump Jr, sein Schwiegersohn Jared Kushner und Paul Manafort mit einer russischen Anwältin, die "schmutzige" Informationen über Hillary Clinton angeboten hatte. Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen hat laut CNN erst kürzlich ausgesagt, der damalige Kandidat Donald Trump sei vorab über das Treffen informiert gewesen und habe es gebilligt.

Dass der Prozess zum Sturz Trumps führen wird, ist unwahrscheinlich. Dennoch lohnt es, sich den Wahnsinn allein dieses kleinen Mosaiksteins der Russland-Ermittlungen noch einmal aufzusagen, einfach so: Ein Mann berät einen autoritären Kleptokraten, der gewaltsam gegen pro-demokratische, pro-europäische Proteste vorgeht, lässt sich cash bezahlen, hinterzieht mutmaßlich die Steuern – und schafft es trotzdem, nur zwei Jahre später das Wahlkampfteam eines US-Präsidentschaftskandidaten zu leiten. Es gab eine Zeit, da war das zu verrückt, um wahr zu sein.

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