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Trump zum Konflikt mit Iran : „Ich will keinen Krieg“

Der US-Präsident signalisiert Gesprächsbereitschaft mit der Führung in Teheran. Am Montag will der UN-Sicherheitsrat zum Thema Iran tagen.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpFoto: AFP/Jim Watson

US-Präsident Donald Trump warnt im Konflikt mit dem Iran vor den fatalen Folgen eines Krieges. "Ich will keinen Krieg", bekräftigte er im Interview mit dem TV-Sender NBC News. "Und wenn es dazu kommt, wird es eine Vernichtung geben, wie man sie noch nie gesehen hat. Aber ich will das nicht tun", betonte er. In dem Interview zeigte sich Trump dem Sender zufolge ohne Vorbedingungen offen für Unterredungen mit Irans geistlichem und staatlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei oder Präsident Hassan Ruhani.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich zuletzt zugespitzt. Trump stoppte nach eigener Darstellung einen Vergeltungsangriff nach dem Abschuss einer unbemannten US-Drohne kurzfristig. Der Streit über die Drohne folgt auf einen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman, für den die USA den Iran verantwortlich machen. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Der Iran hat wiederum den USA mit Konsequenzen gedroht, falls sie den Luftraum des Landes verletzen sollten. Dem Iran sei es egal, was der US-Präsident sage oder welche Entscheidungen er treffe, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. „Wichtig ist nur, dass wir keine Verletzungen unserer Grenzen dulden und auf jede Gefahr konsequent reagieren werden“, fügte er hinzu. Der Iran treffe seine Entscheidungen selbst und unabhängig von anderen.

Sicherheitsrat tagt Montag

Die Vereinigten Staaten haben eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Die Beratungen zu den „letzten Entwicklungen in Bezug auf den Iran“ sollen am Montag hinter verschlossenen Türen stattfinden, verlautete aus Diplomatenkreisen.

Ein UN-Sprecher bestätigte außerdem, dass Generalsekretär Antonio Guterres einen Brief des Irans erhalten und an die Mitglieder des Sicherheitsrates weitergeleitet habe. In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beschreibt der iranische UN-Botschafter Majid Takht Ravanchi, dass die von Teheran abgeschossene US-Drohne in einer „eindeutigen Spionageoperation“ unterwegs gewesen sei. Unter anderem waren demnach technische Vorrichtungen ausgeschaltet, um nicht identifizierbar zu sein.

„Kein Krieg“: Demonstranten vor dem Weißen Haus
„Kein Krieg“: Demonstranten vor dem Weißen HausFoto: dpa/AP/Jacquelyn Martin

Hintergrund der Spannungen ist das von den USA im Mai 2018 aufgekündigte Atomabkommen. Trump will die Führung in Teheran jetzt mit den bislang härtesten Sanktionen gegen den Öl- und Bankensektor zwingen, einer Neuverhandlung des Abkommens und schärferen Auflagen zuzustimmen. Teheran lehnt das ab. Solange Trump nicht zum Atomdeal zurückkehre und die Sanktionen nicht aufhebe „wird der Iran nicht mit den USA verhandeln, auch wenn es zu weiteren Spannungen führen sollte“, sagte Präsident Hassan Ruhani.

Außenamtssprecher Mussawi stellte den im Atomvertrag verbliebenen Unterzeichnerstaaten - das sind die UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien, Russland sowie Deutschland - erneut ein Ultimatum bis zum 7. Juli. Sollten sie den Atomdeal bis dahin nicht vertragsgerecht umsetzen, werde der Iran seinen Teilausstieg fortsetzen. „Was dann passiert, ist ja allgemein bekannt“, so der Sprecher.

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Der Iran will sein Uran dann unbegrenzt anreichern und sich nicht mehr an die im Atomabkommen vorgeschriebene Obergrenze von 3,67 Prozent halten. Experten sehen darin das Ende des Atomabkommens und eine neue Eskalationsstufe. (Reuters, dpa)


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