Umfrage kurz vor Parteitag : Grüne im Bund nur knapp hinter der Union

Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen am Wochenende als Grünen-Chefs bestätigt werden. An den Umfragewerten sollte es nicht scheitern.

Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck.
Die Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Robert Habeck.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Kurz vor dem Parteitag darf sich die Doppelspitze der Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, über weiter gute Umfragewerte freuen: Im aktuellen Deutschlandtrend kommen die Grünen bei der Sonntagsfrage auf unverändert 22 Prozent. Die beiden führen die Partei seit knapp zwei Jahren und wollen am Samstag beim Parteitag in Bielefeld für weitere zwei Jahre bestätigt werden. Gegenkandidaten sind bisher nicht in Sicht. Auch der gesamte Bundesvorstand und der Parteirat werden neu gewählt.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatten die Grünen nur 8,9 Prozent geholt und waren als kleinste Fraktion in den Bundestag eingezogen. Der Erfolg wird auch dem Führungsduo zugeschrieben: Die beiden wollen die Grünen als "Bündnispartei" in der Mitte der Gesellschaft platzieren und setzen auf Geschlossenheit.

CDU und CSU büßen im Deutschlandtrend einen Prozentpunkt ein

Fraktionschef Anton Hofreiter bekräftigte im Vorfeld des Parteitags den Regierungsanspruch seiner Partei. Hofreiter sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag: "Angesichts der zermürbenden großen Koalition ist klar: Wir wollen regieren, weil es dringend nötig ist, dass wir regieren." Die Zustimmung in der Bevölkerung, die sich in guten Umfragewerten spiegele, gebe den Grünen "die nötige Kraft für die neue Rolle, die wir haben".

Die SPD legt im Deutschlandtrend in der Wählergunst leicht zu und rangiert wieder knapp vor der AfD. Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 15 und die AfD auf 14 Prozent. Die SPD verbesserte sich damit im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt, die Zustimmung für die AfD blieb gleich.

CDU und CSU büßten einen Prozentpunkt ein, wären mit 25 Prozent aber weiter stärkste Kraft. Mit zusammen 40 Prozent hätte die Regierungskoalition aus Union und SPD derzeit allerdings keine Mehrheit. Die Linke kommt auf neun, die FDP auf sieben Prozent.

62 Prozent wollen mehr Einfluss des Bundes auf die Bildungspolitik

Abgefragt wurden im Deutschlandtrend auch die Einstellung der Bundesbürger zum Thema Bildung. Demnach halten es 62 Prozent der Bundesbürger für sinnvoll, der Bundesregierung stärkeren Einfluss auf die Bildungspolitik zu geben. Ein Drittel der Befragten (33 Prozent) ist der Ansicht, dass die derzeitige Zuständigkeit in der Schul- und Bildungspolitik bei den Bundesländern verbleiben soll.

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Befragt wurden die Wähler zur Geldpolitik. 58 Prozent der Befragten favorisieren demnach höhere Zinsen und würden dafür teurere Kredite in Kauf nehmen. 32 Prozent bevorzugen niedrigere Zinsen auf das Ersparte und dafür günstigere Kredite. Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD "Morgenmagazins". Befragt wurden vom 12. bis 13. November 1046 Wahlberechtigte.

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