UN-Bericht : Mehr als 83.000 Menschen in Afghanistan auf der Flucht

Seit Jahresbeginn sollen sich mehr als 83.000 Menschen in Afghanistan auf die Flucht begeben haben. Einem UN-Bericht zufolge waren allein es in der vergangenen Woche knapp 20.000.

Afghanische Flüchtlinge in der Grenzprovinz Nangarhar in Afghanistan.
Afghanische Flüchtlinge in der Grenzprovinz Nangarhar in Afghanistan.Foto: dpa/ Christine-Felice Röhrs

Mehr als 83.000 Menschen in Afghanistan sind einem UN-Bericht zufolge seit Jahresbeginn wegen andauernder Konflikte und Naturkatastrophen in dem Land auf der Flucht. Rund 19.800 der insgesamt 83.345 Binnenflüchtlinge hätten allein in der vergangenen Woche ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen, heißt es in einem am Montagabend veröffentlichten Bericht des UN-Nothilfebüros (Ocha). Mehr als 9000 davon flohen demnach vor Kämpfen in der nördlichen Provinz Faryab, weitere 7000 zogen sich wegen Gefechten in Kundus in eine Wüstenregion der Nordostprovinz zurück. In der südlichen Provinz Helmand mussten jüngst zudem knapp 10.000 Menschen wegen einer Dürre fliehen.

Seit 2012 mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlinge

Im Jahr 2017 waren mehr als 445.000 Menschen durch Konflikte in Afghanistan vertrieben worden. Seit Beginn seiner statistischen Erhebungen im Januar 2012 zählte Ocha mehr als zwei Millionen Binnenflüchtlinge in dem südasiatischen Land.

Afghanische Sicherheitskräfte kämpfen landesweit gegen die radikalislamischen Taliban sowie gegen eine Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor allem im Norden. Die Hauptstadt Kabul wird immer wieder zum Ziel von IS-Angriffen.

Präsident Aschraf Ghani hatte den Taliban im Februar ein umfassendes Friedensangebot gemacht, auf das die Milizkämpfer bisher nicht eingegangen sind. Stattdessen verstärkten sie ihre Angriffe und kündigten im April ihre alljährliche Frühjahrsoffensive an. (dpa)

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