Unesco : 264 Millionen Kinder und Jugendliche ohne Schulbildung

Die Unesco fordert die Regierungen auf, das Recht auf hochwertige Bildung einzulösen. Laut des diesjährigen Weltbildungsbericht ist auch bei Kindern mit Bildung die Abschlussrate gering.

In einer Schule in Rumonge, im Süden von Burundi, nehmen Kinder am Unterricht teil.
In einer Schule in Rumonge, im Süden von Burundi, nehmen Kinder am Unterricht teil.Foto: Thomas Schulze/dpa

Die Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen warnt vor einem weltweiten eklatanten Mangel an Schulbildung. 264 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren hätten keinen Zugang dazu, teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit. Bei Kindern, die eine Schule besuchten, seien die Abschlussraten weiterhin gering, heißt es im am Dienstag veröffentlichten Unesco-Weltbildungsbericht.

Zwischen 2010 und 2015 lagen die Abschlussraten demnach im Grundschulbereich bei lediglich 83 Prozent. Im unteren Sekundarschulbereich (zwölf bis 14 Jahre) waren es 69 Prozent und in der oberen Sekundarschulbildung (15 bis 17 Jahre) nur 45 Prozent.

"Bildung liegt in der Verantwortung vieler"

Die Autoren des Berichts rufen Regierungen weltweit dazu auf, das Recht auf Bildung umzusetzen. "Bildung liegt in der Verantwortung vieler - der Regierungen, der Schulen, der Lehrkräfte, der Eltern und zahlreichen mehr", erklärte Walter Hirche, Vorstandsmitglied der Deutschen Unesco-Kommission. Doch nur wenn die Regierungen ihrer Pflicht zur Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine hochwertige Bildung nachkämen, könnten "Lehrkräfte angemessen lehren und Schülerinnen und Schüler ausreichend lernen". Zudem müssten Bildungssysteme weltweit mit Blick auf Chancengerechtigkeit und Qualität gestaltet werden. Dem Bericht zufolge wurde in nur 66 Prozent der Länder Geschlechtergerechtigkeit in der Grundschulbildung erreicht.

Jährlich fehlen laut Unesco weltweit 39 Milliarden US-Dollar für eine hochwertige und chancengerechte Bildung. Im Durchschnitt gaben die Staaten knapp fünf Prozent ihres Bruttoinlandproduktes oder etwa 14 Prozent der öffentlichen Mittel für die Bildung aus. Regierungen weltweit haben sich verpflichtet, die globalen Nachhaltigkeitsziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen. (epd)

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