Politik : Unicef beklagt Benachteiligung von Roma-Kindern

-

Berlin - Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat am Montag auf die miserable humanitäre Lage von Kindern aus Roma- Familien in Deutschland und Südosteuropa hingewiesen und eine großzügige Bleiberechtsregelung für Roma-Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Laut einer aktuellen Unicef-Studie, erstellt vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin (ZfA), werden Roma-Kinder in Deutschland immer noch diskriminiert und stark benachteiligt. „Roma-Kinder müssen die Chance bekommen, den Teufelskreis aus Armut, Ausgrenzung und Vorurteilen zu durchbrechen“, verlangte Unicef-Vorstandsmitglied Reinhard Schlagintweit in Berlin.

Die Roma sind mit bis zu zwölf Millionen Angehörigen die größte Minderheit des europäischen Kontinents. Die meisten, etwa acht Millionen, leben in Ost- und Südosteuropa. Von den rund 50 000 Roma-Flüchtlingen in Deutschland, von denen die meisten aus dem früheren Jugoslawien kommen, sind laut Unicef zwei Drittel nur geduldet und damit „jeden Tag von Abschiebung bedroht“. Wolfgang Benz vom ZfA erläuterte, 15 000 Roma-Kinder hätten deshalb so gut wie keine Zukunftschancen. Nur ein Drittel der Kinder könne in Deutschland die Schule besuchen, nur zehn Prozent könnten sie beenden. Für die Kinder geduldeter Roma gelte oft keine Schulpflicht, im Saarland hätten sie sogar überhaupt kein Anrecht, zur Schule zu gehen. Zudem führe das Leben in abgegrenzten Wohnheimen zu „Stigmatisierung und Ausgrenzung“. Heide Simonis, Vorsitzende von Unicef Deutschland, forderte für Roma- Kinder hierzulande „die gleichen Rechte“ wie für „alle anderen Kinder“.

Laut einer weiteren Unicef-Studie leben die meisten Roma in Südosteuropa unter der Armutsgrenze in Slums. Mehr als die Hälfte der Haushalte habe keine Wasserversorgung. Zwei Drittel aller Familien hungerten zeitweise. Gie

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben