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Unzulässige Abschalteinrichtungen : Daimler droht offenbar Diesel-Massenrückruf

Das Kraftfahrt-Bundesamt könnte Daimler zum Rückruf von 600.000 Dieselautos zwingen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group in Bremerhaven (Bremen).
Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group in Bremerhaven (Bremen).Foto: Ingo Wagner/dpa

Daimler könnte vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nach einem Bericht des "Spiegel" zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert werden. Das KBA gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten, berichtete das Magazin am Freitag. Prüfungen an den betreffenden Autos, unter anderem der Mercedes-Baureihen C und G, fänden bereits statt. Die Modelle hätten einen vergleichbaren Motor wie der gerade zurückgerufene Transporter Vito.

Daimler erklärte, dem Unternehmen liege keine amtliche Anhörung des KBA - die Vorstufe zu einem Rückrufbescheid - zu den genannten Fahrzeugen vor. "Zu Spekulationen des Spiegels äußern wir uns nicht", ergänzte ein Sprecher.

Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums bestätigte gegenüber Reuters nur, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer das KBA angewiesen habe, weiteren Verdachtsfällen bei Mercedes unverzüglich nachzugehen. Außerdem hat er Daimler-Chef Dieter Zetsche für kommenden Montag nach Berlin beordert. Zetsche habe sein Kommen auch zugesagt. Ein Daimler-Sprecher wollte sich zu dem Termin allerdings nicht äußern.

Das Aggregat der fraglichen Motoren stammt laut "Spiegel" vom Daimler-Kooperationspartner Renault. Der französische Hersteller war 2016 in den Verdacht der Abgasmanipulationen geraten. Ermittler durchsuchten darauf die Konzernzentrale und weitere Standorte. Auch die französische Antibetrugsbehörde (DGCCRF) wirft dem Renault vor, illegale Software installiert zu haben. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe zurück. (Tsp,Reuters)

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