Uranfund in Lauenförde : Radioaktives Material stammt vermutlich aus Hanau

Die in einem Garten in Niedersachsen sichergestellten Uran-Pellets stammen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" aus Hanau. Es bleibt unklar wie das strahlende Material aus dem früheren Siemens-Brennelementewerk geschafft wurde.

Lauenförde - Für die Herkunft sprächen die Untersuchungen des Institutes für Transurane in Karlsruhe und das Ergebnis Siemens-interner Recherchen, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim mit.

Siemens fertigte nach eigenen Angaben bis 1994 in Hanau jährlich bis zu 200 Millionen Uran-Pellets. Die Behörden hätten die Sicherheitsvorkehrungen regelmäßig überprüft. Bei der Mengenbilanz habe es keine Beanstandungen gegeben. Dennoch sei die Kleinstmenge Uran offenbar unbemerkt aus dem Werk geschafft worden. Die Pellets mit dem gering angereicherten Uran seien aber ungefährlich.

Kein Pellets-Diebstahl bekannt

Weiter unklar ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hildesheim, wie das Uran aus der Anlage und dann in die Hände des Privatmannes in Lauenförde gelangte. Der 45-Jährige hatte die Pellets auf seinem Grundstück deponiert. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Niedersachsen dauern noch an. Der Staatsanwaltschaft Hanau war nach eigenen Angaben nie ein Pellets-Diebstahl bekannt geworden.

Das niedersächsische Umweltministeriums erklärte, nach den Untersuchungen in Karlsruhe sei auszuschließen, dass die Pellets aus russischer Produktion stammten. Die genaue Altersbestimmung sei noch nicht abgeschlossen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurden entsprechende Pellets in Hanau von 1991 bis 1994 hergestellt.

Am 22. Februar hatten Behördenmitarbeiter das Uran unter Wegplatten in dem Garten in Lauenförde entdeckt. Der von den Ermittlern als psychisch labil beschriebene Mann hatte über seinen Anwalt das Bundeskanzleramt über das Uran informiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen. Der Mann selbst äußerte sich bislang nicht. (tso/dpa)

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