US-Forschungsinsitut : Wie die Zahl der Muslime in Europa wachsen wird

Das Pew Research Center entwirft drei mögliche Modelle zum Wachstum der muslimischen Bevölkerung in Europa. Größer wird sie demnach in jedem Fall.

Ein Mädchen liest an einer Bonner Schule während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.
Ein Mädchen liest an einer Bonner Schule während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.Foto: Oliver Berg/dpa

Die Zahl der Muslime in Europa wird nach einer Studie des US-amerikanischen Pew Research Centers in den kommenden Jahrzehnten ansteigen. Die am Mittwoch in Washington veröffentlichte Erhebung stellte drei Bevölkerungsmodelle vor: Auch bei einem Stopp jeglicher Migration sei mit einem Zuwachs der muslimischen Bevölkerung in Europa von derzeit rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung auf 7,4 Prozent im Jahr 2050 zu rechnen.

Ohne einen Zuwachs durch Flüchtlinge, aber mit regulärer Einwanderung und Migration erwartet das Pew-Institut 2050 insgesamt 11,2 Prozent Muslime in Europa, hieß es weiter. Sollten weiterhin so viele Muslime nach Europa flüchten wie in den Jahren 2014 bis 2016, käme man auf bis zu 14 Prozent. Muslime in Europa sind laut der Erhebung im Schnitt 13 Jahre jünger als andere Europäer und haben mehr Kinder.

Untersucht wurden den Angaben zufolge die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union plus Norwegen und die Schweiz. 2016 lebten laut Statistik 25,8 Millionen Muslime in Europa, sie stellten damit 4,9 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland waren es 6,1 Prozent, in Frankreich 8,8 Prozent und 6,3 Prozent in Großbritannien.

Für Deutschland erwartet das Institut ein Wachstum auf mindestens 8,7 und maximal auf 19,7 Prozent

In Deutschland rechnet das Pew-Institut bis 2050 mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil bei Migrationstopp von 8,7 Prozent, mit 10,8 Prozent bei „regulärer“ Einwanderung und 19,7 Prozent bei anhaltend hohen Flüchtlingszahlen. Die Studie vermerkte, dass die Zahl der Flüchtlinge in den vergangenen Jahren „extrem hoch verglichen mit dem historischen Durchschnitt“ gewesen sei. Die Länder in Europa hätten mittlerweile Maßnahmen getroffen, um die Flüchtlingszahlen zu verringern.

Das Forschungszentrum betonte zugleich, Migrationszahlen könnten wegen unvorhersehbarer politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen nicht fest vorhergesagt werden. Man müsse die Pew-Daten als „ungefähre Parameter“ betrachten. Die Forschungseinrichtung in der US-Hauptstadt Washington befasst sich mit gesellschaftlichen Trends. (epd)

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